Fairer Handel schafft Perspektiven

 

„Fairer Handel schafft Perspektiven“ lautet das Thema der „Fairen Woche“ 2017, einer Aktionswoche, in der bundesweit über 2000 Veranstaltungen stattfinden.

„Fairer Handel ist ein wichtiger Bestandteil der Umsetzung (der Agenda 2030). Er zeigt, wie die sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen im globalen Handel erfolgreich miteinander in Einklang gebracht werden können. Zudem eröffnet er Produzentinnen und Produzenten in Entwicklungsländern neue Perspektiven. Langfristige Handelsbeziehungen, faire Preise, die Stärkung der Gleichberechtigung und die Unterstützung bei der Erschließung neuer Märkte tragen zu mehr Investitionen bei und schaffen neue wirtschaftliche Existenzen.“, so schreibt Bundesminister Dr. Gerd Müller in seinem Grußwort zur Fairen Woche.

In Herrenberg findet am Sonntag, 17.9. um 10.00 Uhr in der Christuskirche ein Gottesdienst zur Fairen Woche mit Claudia Duppel vom Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg statt. Gäste sind  Saron Cabero, Bildungsreferentin, und Raquel Cayapa, Geschäftsführerin der Kallari Futuro, aus Tübingen. Sie werden im Gottesdienst über den unfairen und fairen Handel mit Kakao aus Ecuador berichten. Danach gestalten sie einen Kakao-Kindergottesdienst mit, und nach dem fairen Kirchenkaffee bieten sie noch eine Schokoladenverkostung an.

 

Das erste Arbeitskreistreffen des Vereins Partnerschaft 3. Welt nach der Sommerpause findet am Mittwoch, 20.September 2017 um 19.45 Uhr im Klosterhof, Bronngasse 13 in Herrenberg statt. Interessierte sind wie immer willkommen!

 

 

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Nettes und Nützliches für den Schulanfang

 

Das neue Schuljahr steht vor der Tür. Die Erstklässler fiebern ihrem allerersten Schultag entgegen und freuen sich auch auf eine gut gefüllte Schultüte. Im Weltladen in der Stuttgarter Straße 6 in Herrenberg finden alle, die auf Ideensuche sind, viele Anregungen. Dort gibt es Schulhefte und Blöcke aus Recyclingpapier, nette Kleinigkeiten wie Schlüsselanhänger, kleine Geldbeutel, Haarbänder in bunten Farben und natürlich aus fairem Handel. Auch Süßigkeiten dürfen in der Schultüte nicht fehlen. Im Weltladen gibt es tolle Schokoriegel, Frucht- oder Sesamriegel zum Naschen. Superlecker schmecken auch die getrockneten Mangos, Ananasstücke oder als Alternative zu Gummibärchen die Mango Monkeys. Das Team des Weltladens berät gerne.

 

 

Inforadio RBB

Do 20.07.2017 | 15:35 | Wirtschaft aktuell

 

Fairer Handel wächst

Fair-Trade-Bananen, -Rosen oder -Kaffee - immer mehr Verbraucher interessieren sich für fair gehandelte Produkte. Die Umsätze der Branche steigen. Die Produzenten in Afrika oder der Karibik bekommen Mindestpreise und Beratung. Allerdings haben sie noch immer zu kämpfen: Mit dem Klimawandel zum Beispiel. Oder mit dem Freihandel. Ein Beitrag von Anja Dobrodinsky.

 

1,3 Milliarden Euro haben die deutschen Verbraucher im vergangenen Jahr für fair gehandelte Produkte ausgegeben. Das ist ein Umsatzplus von 14 Prozent, so die Bilanz des Branchenverbands Forum Fairer Handel. 16 Euro hat jeder Deutsche im Schnitt dabei bezahlt. Verbandsgeschäftsführer Manuel Blendin vergleicht das mit anderen Ländern: Deutschland rangiere damit vor Frankreich, aber wesentlich hinter Großbritanien oder der Schweiz. Dort geben die Menschen mehr als viermal so viel Geld pro Person im Jahr für fair gehandelte Produkte aus.

 

Noch immer eine Nische

Fair Trade ist immer noch eine Nische. Zwar gibt es in Welt- und Bioläden, Supermärkten und Discountern inzwischen mehr als 7.000 Produkte von Kaffee über Bananen und Blumen bis hin zu Kartoffelchips und Kleidern. Der Anteil zum Beispiel am Lebensmittelhandel beträgt aber weniger als ein Prozent. Wie funktioniert der faire Handel? Die Produzenten bekommen vor allem garantierte Mindestpreise, erklärt Manuel Blendin: "Das Problem sind die Schwankungen am Weltmarkt, die sehr unterschiedliche Gründe haben - von Spekulationen über bestimmte Umwelteinflüsse. Und das bedeutet für die Produzenten, dass sie in der Regel nicht planen können."

 

Fair-Trade-Produzenten können planen und investieren

Für Produzenten fair gehandelter Produkte gilt das nicht. So sind zum Beispiel die Kakaopreise in den vergangenen Monaten stark gesunken, von 3.000 Dollar pro Tonne im Jahr 2016 auf nur noch 1.900 Dollar im März. Die Fair-Trade-Kaffeebauern bekommen mindestens 2.000 Dollar pro Tonne plus 200 Dollar Prämie. So können sie auch in die Zukunft planen und Investitionen wagen. Die sind in Zeiten des Klimawandels oft nötig, weil sowohl Regenzeiten als auch extreme Hitzeperioden nicht mehr so planbar eintreten wie früher.

Die Bäuerinnen einer Kaffee-Kooperative in Honduras erzählen, dass es oft so heiß ist, dass ihr Kaffee zu schnell trocknet. Dadurch gerät die Qualität in Gefahr. Deshalb muss die Kooperative in Schattenspender investieren. Auch hierbei helfen die Fairhandels-Organisationen.

 

Kritik an den Freihandels-Abkommen

Kritik übt die Branche an den geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und Ländern Afrikas, der Karibik und des Pazifiks. Sie sollen die dortigen Märkte stärker für europäische Unternehmen öffnen. Boniface Mabanza von der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika moniert, dass dabei nur die Großen gewinnen: "Es gibt eine große Asymmetrie der Machtverhältnisse. Da auf Gegenseitigkeit zu verharren, ist zerstörerisch, weil die Öffnung der Märkte in diesen Ländern dazu führt, dass kleine Produzentinnen ihre Lebensgrundlagen verlieren, weil sie von ihren verdrängt werden."

 

Einige Länder haben trotzdem schon unterzeichnet. Ihnen sei gedroht worden, sie könnten sonst den Zugang zu den europäischen Märkten verlieren, sagt Mabanza.

Stand vom 20.07.2017

 


 

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Armut und Perspektivlosigkeit in Afrika
Fluchtursachen bekämpfen – globale Verantwortung übernehmen !

 

Die Themen:

 

  1. Fairer Handel statt Freihandel. Die Handelsabkommen müssen revidiert und fair gestaltet werden: Die Bundesregierung muss für einen Paradigmenwechsel in der Handels-, Investitions- und Rohstoffpolitik eintreten. Damit sollen die Verwirklichung der Menschenrechte, der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und das Recht auf selbstbestimmte Entwicklung, entsprechend den Globalen Nachhaltigkeitszielen, verbindlich und durchsetzbar werden. Sie müssen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.
    Der/die Abgeordnete der bundesdeutschen Politik wird aufgefordert, mit aller Kraft auf die EU einzuwirken, dass die Handelsabkommen entsprechend revidiert werden.
    Infos unter anderen unter: https://www.forum-fairer-handel.de/politik/bundestagswahl-2017/
  2. Arbeits- und Menschenrechte müssen geschützt werden.
    Auf internationaler Ebene gibt es seit 2011 einen von allen Regierungen anerkannten Rahmen für die menschenrechtliche Verantwortung von Unternehmen:

    Eine verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für deutsche Unternehmen entlang ihrer gesamten Lieferkette muss per Gesetz festgeschrieben werden.

    Bei Verletzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht muss Betroffenen aus dem Ausland ermöglicht werden, deutsche Unternehmen vor deutschen Gerichten zu verklagen.
    Das Bundeskabinett hat am 21.12.2016 diese Sorgfaltspflicht leider nur auf Basis der Freiwilligkeit beschlossen. Falls dies nicht erfolgt, soll allerdings bis 2020 eine gesetzliche Vorgabe erfolgen. Das Deutsche Institut für Menschenrechte zieht eine enttäuschende Bilanz, der Aktionsplan sei wenig ambitioniert und löse die Spannung zwischen Verbindlichkeit und Freiwilligkeit nicht auf.
    Der/die Abgeordnete wird aufgefordert, dies kritisch zu verfolgen und sich dann ggf. für die gesetzliche Vorgabe einzusetzen.
    Weitere Infos unter anderen unter: http://www.cora-netz.de/cora/themen/ungp/
    http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Aussenwirtschaft/Wirtschaft-und-Menschenrechte/
  3. Agrar-Subventionen, die afrikanische Bauern und Verarbeitungsbetriebe schaden, müssen eingestellt werden.
    Afrika könnte sich selbst ernähren, aber immer noch hungern südlich der Sahara mehr als 232 Millionen Menschen, fast jeder Vierte. Es gibt hausgemachte Probleme wie ethnische und religiöse Konflikte, schlechte Regierungsführungen und Korruption, mangelnde Landrechte. Der Klimawandel verschärft die Probleme. Auch unsere europäische Agrarpolitik wirkt sich negativ auf die afrikanische Landwirtschaft aus. Durch pauschale Flächenzahlungen wird in Europa eine Überproduktion begünstigt. Die Überschüsse etwa von Milch und Fleisch werden nach Afrika verkauft, die Bauern dort können mit den billigen Preisen nicht konkurrieren und verarmen.

 

Forderung : Keine subventionierten Agrarprodukte mehr nach Afrika! 

Afrikanische Staaten sollen Schutzmechanismen für ihre einheimischen Agrarprodukte aufbauen können. Der/die Abgeordnete wird aufgefordert auf die EU-Agrarpolitik entsprechenden Einfluss zu nehmen. Wir sind Europa !

 

Quellen: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,  Marshallplan Afrika, Kapitel 4.1, und DEAB Südzeit September 2016,
S. 8 Milch im Überfluss 

 

  1. Wertschöpfung und Ausbeutung:
    Hunderte Millionen heranwachsender Afrikaner brauchen Arbeitsplätze, die hauptsächlich in Afrika selbst geschaffen werden müssen.
    Die Ausbeutung und Ausfuhr der reichlich vorhandenen Rohstoffe Afrikas mit arbeits-sparender Technologie durch meist ausländische Unternehmen hilft nur wenig weiter.
    Europäische und vor allem deutsche Unternehmen müssen in viel höherem Maß in Afrika investieren. Staat und internationale Organisationen sollten mit Finanzierungen und steuerlichen Anreizen dazu beitragen. Dies gilt auch für die Schaffung von sozialen und ökologische Standards.
    Unsere Regierung und die Abgeordneten arbeiten dabei mit den Regierungen und Abgeordneten der afrikanischen Staaten zusammen, sie bereiten Verträge vor, die zu mehr privaten und öffentlichen Investitionen führen. Dazu werben unsere  Abgeordneten in der deutschen Wirtschaft um Investitionen und weisen auf die staatlichen Unterstützungen hin.

    Die hiesigen Industrie- und Handelskammern sind bereit, die Abgeordneten dabei zu unterstützen, indem sie zum Beispiel auf Anfragen entsprechende Informationen erteilen und  auf der alle 2 Jahre stattfindenden Stuttgarter Industriemesse Informationen herausgegeben.

 

 

  1. Fairer Handel und Faire Beschaffung der Kommunen
    Immer mehr Gemeinden und Städte, nicht nur im Landkreis Böblingen, machen sich auf den Weg zur Fairtrade Town. Aidlingen, Böblingen, Herrenberg, Leonberg, Sindelfingen und Weil der Stadt sind bereits Fairtrade-Städte bzw. –Gemeinde in ihrem Wahlkreis.

    Am 15.10.2014 hat der Gemeinderat Böblingen in der öffentlichen Sitzung einstimmig einen Beschluss zum Ausschluss der Beschaffung von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit in der Stadt Böblingen gefasst.  Eine entsprechende Dienstanweisung des Oberbürger-meisters folgte. In diesem Jahr wird erstmalig in diesem mittelfristig angelegten Ziel eine Zwischenbilanz gezogen. Der gleiche Prozess findet auf Landesebene statt.

    Wie wichtig ist den BundestagskandidatInnen Faire Beschaffung und Fairer Handel?

    Welche Initiativen sollte die Bundesregierung planen?

    Wie kann und soll die zukünftige Bundesregierung diese Prozesse auf kommunaler und auf Landesebene unterstützen?
  2. 6.   Sustainable Development Goals (SDG) -
    Nachhaltige Entwicklungsziele, unsere Welt zukunftsfähig machen.

Frage an die Bundestagkandidat*innen:

Am 25. September 2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen in New York die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Sie bildet den globalen Rahmen für die Umwelt- und Entwicklungspolitik der kommenden 15 Jahre. Kernstück sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die SDGs.

Die Bundesregierung hat die Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie an diesen 17 SDGs ausgerichtet. Die Nachhaltigkeitsstrategie 2016 legt deutsche Ziele zu allen 17 SDGs fest und schildert, mit welchen Maßnahmen die Bundesregierung diese bis zum Jahr 2030 in allen Bereichen nachhaltiger Entwicklung erreichen will.


Für unser Thema „Fluchtursachen“ sind folgende Punkte zentral:

Zum SDG 1 „Armut in allen ihren Formen und überall beenden“ heißt es in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie:

Deutschland bekennt sich zu seiner globalen Verantwortung und trägt in allen Politikbereichen dazu bei, Armut weltweit und in allen Dimensionen zu beseitigen…

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Partnerländer u. a. bei der Förderung von inklusivem Wirtschaftswachstum und Beschäftigung, bei der Verbesserung
des Zugangs zu Bildung und Gesundheitsservices sowie beim Aufbau sozialer Sicherungssysteme (Krankenversicherung, Grundsicherung, Alterssicherung).“
(S. 56/57)

Konkrete Maßnahmen folgen.

Zu den Themen „Hunger“ (SDG 2), „Gesundheit“ (SDG 3) und „Bildung“ SDG 4) werden ebenfalls sehr konkrete Maßnahmen aufgeführt.

Diese Themen haben entscheidend mit Fluchtursachen zu tun.

Daher unsere Frage:

Was wollen Sie konkret tun, damit gewährleistet ist, dass die SDG 1 – 4 und die entsprechenden Maßnahmen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern wirklich umgesetzt werden?

 

zusammengestellt von der Arbeitsgruppe Forum der Weltläden im Kreis Böblingen im April 2017

 

 
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WILLKOMMEN IM WELTLADEN HERRENBERG


Schön, dass Sie unseren Weltladen besuchen. Gern stellen wir Ihnen unser Sortiment vor,
informieren Sie über unsere ehrenamtliche Arbeit und laden Sie ein, den Fairen Handel zu entdecken.



Telefon: 07032 - 6857

Sie finden uns in Herrenberg in der Stuttgarter Straße 12, unweit des Marktplatzes

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Wir freuen uns auf Ihren Besuch!