Podiumsdiskussion zum Thema Fluchtursachen bekämpfen – globale Verantwortung übernehmen mit Kandidat*innen zur Bundestagswahl im

Kreis Böblingen am 14. Juli 2017 im Stiftshof Sindelfingen

 

Auf Einladung der Weltläden im Kreis Böblingen diskutierten am 14. Juli im Stiftshof Sindelfingen die Bundestagskandidat*innen Tobias Bacherle (Grüne), Marc Biadacz (CDU), Jasmina Hostert (SPD) und Richard Pitterle (Linke) über das Thema „Fluchtursachen bekämpfen“. Der Kandidat Florian Toncar (FDP) war krank, die AfD der Einladung nicht gefolgt. Claudia Duppel und Hans-Werner Schwarz begleiteten die Diskussion vonseiten der Entwicklungszusammenarbeit.

In der lebhaft geführten Diskussion unter reger Beteiligung des zahlreich erschienenen Publikums schälten sich vor allem zwei Probleme heraus:

  • Wie lassen sich die Strukturen der internationalen Zusammenarbeit zwischen den reichen und armen Ländern ändern? Wie kann fairer Handel den freien Handel korrigieren?
    Es ist Aufgabe der Politik, Regeln dafür zu schaffen. Es kann zum Beispiel nicht sein, dass die Grabsteine auf unseren Friedhöfen mit Hilfe von ausbeuterischer Kinderarbeit produziert und von Deutschland importiert werden. Können die Politiker nicht per Gesetz einen niedrigeren Steuersatz für fair gehandelte Produkte beschließen? Der gute Wille einer Minderheit von Bürgern, die z.B. in Weltläden einkaufen, reicht dafür nicht aus.
  • Was kann und muss der einzelne Bürger tun, dass es auf der Welt gerechter zugeht? Angesichts der beschämenden Unterschiede zwischen arm und reich müssen wir uns fragen, wie wir unseren Lebensstil und unser Kaufverhalten korrigieren. Weniger Fleisch, mehr Fahrrad !
    Im Weltladen einkaufen, wo es nur fair gehandelte Produkte gibt! Vielleicht sollten wir auch den Mut aufbringen, bei Leuten, die wir kennen und kennen- lernen, dafür zu werben oder eine Unterschriftensammlung zu unterstützen, die unseren Politikern übergeben wird.

 

Wie dringend die Lösung dieser Probleme ist, betonte gleich eingangs der Diskussionsleiter, Herr Schlecht junior, Verleger der Kreiszeitung Böblingen: auf Grund der strukturellen Ungerechtigkeiten und beunruhigend starken Zunahme der afrikanischen Bevölkerung finden immer mehr junge Afrikaner nicht genügend Arbeitsplätze und suchen ihr Überleben anderswo. Fluchtursache !
Notgedrungen waren sich Publikum und Bundestagskandidat*innen darin einig.

 

                                                                               Friedrich Blocher

 

 

 

 

 

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Fair-reisen Sie auch?

Der Sommer ist da, die Ferien stehen vor der Tür - wo geht die Reise hin? Mit dem Auto nach Kroatien, ein kurzer Städtetrip nach Mailand, zum Strandurlaub nach Spanien fliegen oder doch gleich Elefantenreiten in Thailand? Angesichts der immensen Rolle der gegenwärtigen Tourismusbewegungen und ihren Auswirkungen auf  das Weltklima und die Menschenrechte in den Reiseländern sollten wir uns überlegen, wie wir dazu beitragen können, sozialverträgliches und klimafreundliches Reisen zu fördern.

Viele Fragen tun sich auf: Profitieren die Menschen im Zielgebiet vom Tourismus? Wie viel CO2 entsteht durch meine Reise? Reisen wir gesellschaftlich verantwortlich oder bevorzugen wir den schnellen Flugtrip übers Wochenende, um kurz mal „rauszukommen“ und die Shoppingmeilen in Weltmetropolen zu sehen? Wer hat im Reiseland Zugang zu den Ressourcen- wer nutzt das Wasser in Regionen, in denen Wasser knapp ist- die Touristen oder die Einheimischen Bauern? Haben die Beschäftigten faire Arbeitsbedingungen? Eine lange Kette von Händen prägen und gestalten unseren Urlaub im Hintergrund: Transportbeschäftigte in Bahn, Bus und Flugzeug, MitarbeiterInnen in Gastbetrieben und die Kräfte, die für die Bereiche Wäsche, Lebensmittel oder Müllentsorgung der Hotellerie zuständig sind. Saisonarbeit, 24 Stundenbetrieb und entsprechende Schichtarbeit inklusive Wochenenden bestimmen die meisten Arbeitsbereiche in der Tourismusbranche. Und wie steht es mit der Klimaverträglichkeit? Flüge verursachen fast 80 % des gesamten CO2 Aufkommens im Tourismus. Zum Beispiel hat ein Flug von Frankfurt nach Singapur und zurück die Klimawirkung von sechs Tonnen Co2 und stellt damit fast das Dreifache des klimaverträglichen Jahresbudgets eines Menschen dar, was in etwa dem dreifachen Verbrauch von einem Jahr täglich 35 km Autofahren entspricht. Da sich zumindest bei Fernreisen keine Alternative zum Flugzeug bietet, gibt es eine Klimaschutzinitiative, bei der Flugreisende klimaschädliche Emissionen kompensieren können: sie nennt sich „atmosfair“.Mit einer freiwilligen Spende an atmosfair können Flugreisende einen Ausgleich für von ihnen verursachte Klimagase schaffen. Das Geld wird in Erneuerbare Energie Projekte in Ländern des Südens investiert, um Treibhausgase einzusparen- und zwar in der Menge wie sie der Urlaubsflug verursacht hat.

Es lohnt also, darüber nachzudenken, wenn man die nächste Reise plant, und sich die Konsequenzen unserer verdienten Erholung vor Augen zu führen und sich eine Haltung zu verschaffen! Gut, dass es inzwischen viele Anbieter für Faire Reisen gibt, die sich zum Ziel setzen, dass Erholung und Neues zu entdecken für die Einen nicht gleich schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen für Andere bedeuten muss! „Forum anders reisen“ ist einer davon, der  sozialverträgliche Reisen anbietet.  Zum umfangreichen Kriterienkatalog dieses Anbieters, dem Klimaausgleich über „atmosfair“, sowie die wichtigsten Siegel zum Thema „Faires Reisen“ können Sie sich gerne genauer im Internet informieren. Der nächste Ladenteamtrefffindet am 3.7.2017 im Weltladen statt.

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 Ein Glas voll Sonnenlicht..

 

 

 

Genießen sie gerade auch die langen warmen Sommerabende auf der Terrasse oder im Garten? Oder brauchen sie ein gemütliches Abendlicht beim Campen? Dann hat der  Weltladen in der Stuttgarter Straße  das Richtige für Sie - das Sonnenglas!

Es speichert während des Tages Energie, die es dann nachts in Form von Licht wieder abgibt. Diese Methode der Lichterzeugung ist nachhaltig, stellt einen einfachen Weg dar, umweltbewusst zu leben und macht einfach Spaß. Mit LED-Leuchten ausgestattet, die über Solarzellen im Deckel aufgeladen werden spendet es dann für viele Stunden weiches, trotzdem helles und nicht blendendes Licht. Über den magnetischen Bügelschalter eingeschaltet, erzeugen die vier solarbetriebenen LED-Leuchten einen wunderschönen, hellen Lichtschein. So hell, dass man gut dabei lesen kann. Den Innenraum kann man ganz individuell gestalten,  der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Und nun das Beste: Nicht nur das Glas ist transparent – die Produktionsbedingungen sind es auch! Das Sonnenglas ist ein echtes Fair-Trade Produkt aus Südafrika:

-  hochwertige Handarbeit

-  Fair Trade

- Glasgefäß 100% recyclebar

-  70% lokale Materialien

-  Ausgezeichnet mit Design-Awards

Es wurde entwickelt als vollwertige Lichtquelle für Menschen in Gebieten ohne Stromversorgung. Das Produkt hat bisher über 65 Vollzeit-Arbeitsplätze für zuvor arbeitslose Männer und Frauen aus Alexandra und Soweto geschaffen; sie stellen es zum Großteil in Handarbeit her. Das garantiert höchste Qualität und lange Lebensdauer. Kommen Sie vorbei und holen Sie sich die Sonne!

 

 

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Weitgehende Abschottung

 

Weltläden im Kreis: Kritik an der Flüchtlingspolitik - globale Verantwortung übernehmen

 Als Auftakt zur bevorstehenden Bundestagswahl hatten die Weltläden im Kreis Böblingen Thomas Gebauer von Medico International zum Thema Flucht und Fluchtursachen eingeladen. Mitveranstalter waren der Verein für Flüchtlingshilfe und die Nichtregierungsorganisation „attac“. Der Zufall wollte es, dass die Nachrichten am selben Tag berichteten, im Mittelmeer seien seit Beginn diesen Jahres mehr als 1200 Flüchtlinge ertrunken, heißt es in einer Pressemitteilung.
In seinem Vortrag wies Gebauer darauf hin, dass die Bundesregierung seit Beginn der Flüchtlingskrise einen Schwenk von „Wir schaffen das“ zu einer weitgehenden Abschottung gegenüber Flüchtlingen vollzogen habe. Sie betone zwar die Wichtigkeit von Fluchtursachen, in ihrer wirksamen Bekämpfung seien aber Zweifel angebracht. Dass so viele Menschen auf der Flucht sind, zeige, dass die Krise viel tiefer sitzt. Gründe seien der Klimawandel, Gewalt und die Ungleichheiten durch massive wirtschaftliche Interessen.

Auch in Syrien habe sich der Krieg so entwickelt. Eine kleine Elite wurde reicher, das Sozialsystem schlechter, etwa durch die Privatisierung des Gesundheitssystems. Generell habe die globale Entfesselung des Kapitalismus die Armen noch ärmer gemacht durch Produktion in Billiglohnländern. „Es kam zur Umverteilung von unten nach oben. Das Megathema der nächsten Jahre wird die Ungleichheit sein“, ist sich Gebauer sicher.

So habe Entwicklungsminister Müller einen Marshallplan mit Afrika in die Wege geleitet, in dem zu mehr Investitionen der Wirtschaft in Afrika aufgefordert wird; ihre Kapitalinteressen bewirkten aber wenig gegenüber der Tatsache, dass in Afrika jährlich 18 Millionen junge Afrikaner neu auf dem Arbeitsmarkt drängten.
Die Fischer haben keine Einkünfte mehr, nachdem die Trawler alles abgefischt haben. Selbst Ebola ist so schlimm geworden, weil die Menschen ihren Eiweißbedarf nicht mehr durch Fisch decken konnten. „Die Katastrophe hat hier begonnen. Es ist unsere Lebensweise, die anderswo Menschen entwurzelt“, betonte der Referent. Sogar Entwicklungsminister Müller sagt: „Wir können auf Dauer nicht auf Kosten anderer Menschen leben.“

 In Vortrag und Diskussion ging es dann hauptsächlich um die Frage, welchen Beitrag wir als Bürger zur Bekämpfung der wachsenden Ungleichheit in der Welt leisten können.

Ausbeuterische Arbeitsbedingungen
Konsumieren sei zwar angenehm; machten wir uns aber klar, unter welchen Arbeitsbedingungen und zu welchen ausbeuterischen Löhnen billige Jeanshosen und T-Shirts hergestellt würden, zum Beispiel in Bangladesch? Der Macht internationaler Konzerne könne der Gesetzgeber als Vertreter der Bevölkerungen gegenübertreten; in einer Demokratie wählten diese den Gesetzgeber.

 Es sei eine titanische Aufgabe, diesem zerstörerischen Prozess Alternativen entgegenzusetzen, um einen Ausgleich der globalen Verhältnisse zu schaffen und mit den Menschenrechten Ernst zu machen. Es bedürfe eines mutigen solidarischen Handelns für die Daseinsvorsorge. Waffenexport und Steuerhinterziehung müssten angegangen werden, um Fluchtursachen zu bekämpfen. Es bedürfe eines Asylrechts für Klimaflüchtlinge und Betroffene von Landraub. Ein Finanzausgleich zwischen reichen und armen Ländern und der Aufbau sozialer Sicherungssysteme ermöglichten ein solidarisches Zusammenleben.

Die Teilnehmer wurden eingeladen, auch die zweite Veranstaltung der Weltläden
am 14. Juli im Stiftshof Sindelfingen zu besuchen, wo eine Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten im Kreis Böblingen über die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern stattfinden wird.

 

Fritz Blocher Böblingen, Günther Wolz Herrenberg

 

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Weltladentag formuliert Visionen im Hinblick auf die Bundestagswahl 2017

In der diesjährigen Kampagne "Visionen des Fairen Handels zur Bundestagswahl 2017" formuliert das Forum Fairer Handel gemeinsam mit dem Weltladen-Dachverband politische Forderungen an die zukünftige Bundesregierung. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, neun konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um d ie Zukunftsvisionen "Faire Arbeitsbedingungen weltweit", "Eine bäuerliche Landwirtschaft, die alle Menschen ernährt" sowie "ein Menschenwürdiger Umgang mit allen" zu verwirklichen.

Am  Weltladentag am 13. Mai führten rund 400 Weltläden und Weltgruppen bundesweit Aktionen zur Kampagne durch. Mit verschiedenen Straßenaktionen in Fußgängerzonen und auf Marktplätzen in ganz Deutschland wurden Passant/innen auf die Visionen und die dazugehörigen politischen Forderungen der Aktiven des Fairen Handels aufmerksam gemacht.

Auch der Herrenberger Weltladen beteiligte sich am Weltladentag 2017.Vor dem Laden in der Stuttgarter Straße machte ein Trommler-Ensemble auf die Aktion aufmerksam. Das Weltladenteam informierte Passanten über die Kampagne und lud dazu ein, eigene Sichtweisen zu äußern und zu diskutieren. Angeboten wurden außerdem Getränke und Knabbereien – selbstverständlich aus dem Fair Trade-Sortiment des Weltladens.

 

 

 

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Selfies für den Fairen Handel

 

„Eins mit dem fairen Handel“ war das Motto einer Aktion, die auf der Stuttgarter Messe „Fair Handeln“ viele Blicke auf sich zog. Besucherinnen und Besucher konnten sich vor einer bunten Wand sozusagen für den Fairen Handel positionieren und dies durch ein „Selfie“ dokumentieren. Auch Staatssekretärin Theresa Schopper machte bei der Aktion mit. Verantwortlich für diese Werbeaktion für die Ideale des Fairen Handels war der DEAB, der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V., einem Verein mit 154 Mitgliedern, darunter viele Weltläden. Auch der Herrenberger Weltladen ist Mitglied im DEAB, in dessen Satzung zu lesen ist:

„Wir arbeiten in Baden-Württemberg dafür, dass sich viele Menschen von einer Vision weltweiter Gerechtigkeit leiten lassen und so leben, wirtschaften und Politik machen, dass Menschen in allen Teilen der Erde ein menschenwürdiges Leben haben“. Der Dachverband informiert, berät, vernetzt, bietet Weiterbildung an und vertritt die Anliegen seiner Mitglieder gegenüber Politik und Gesellschaft. Er ist Ansprechpartner für alle Fragen, Anliegen und Themen im Bereich Eine Welt und Entwicklungspolitik. Das Engagement für den Fairen Handel als Instrument der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Verbandes. Weitere Themen, zu denen der DEAB arbeitet und gehört wird, sind die nachhaltige Beschaffung im öffentlichen Bereich, nachhaltiger Konsum, globales Lernen, Interkulturelle Öffnung. Nicht zuletzt wirkt der Dachverband Entwicklungspolitik informierend, beratend und fordernd auf die Landespolitik ein, wenn es um entwicklungspolitisch relevante Themen geht.

Bei Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind immer neue Ideen gefragt, die Selfie-Aktion ist ein gutes Beispiel dafür.

 

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Der Regenwald zwischen Schutz, Nutzung und Zerstörung

 

Am Montag, 20. Februar 2017 war Dr. Reiner Putz vom Regenwald-Institut Freiburg zu Gast in Herrenberg. Auf Einladung von Partnerschaft 3. Welt e.V. hielt er in der Stadtbibliothek  einen Vortrag zum Thema „Die Regenwälder am Amazonas – zwischen Schutz, Nutzung und Zerstörung“. Er erklärte das komplexe Ökosystem der Regenwälder und ihre Bedeutung für die dort lebenden Menschen und das globale Klima. Die verschiedenen Gefahrenpotentiale für den Regenwald, darunter der große Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen, illegaler Holzeinschlag oder die Abholzung großer landwirtschaftlicher Flächen für Ölpalmenplantagen werden thematisiert. Lösungsansätze sah der Experte in der nachhaltigen Nutzung durch traditionelle Bevölkerungsgruppen und den fairen Handel. Projektbeispiele zeigten, wie insbesondere Frauen durch selbst erzeugte Nicht-Holz-Waldprodukte die Existenz ihrer Familien sichern können.

 

Regenwaldprodukte erhalten Sie im Weltladen Herrenberg

 

 

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Fairer Handel wirkt!

Sehr schöne, handgefertigte Schmuckstücke aus Indien bietet der Weltladen in Herrenberg an. Sie werden von Familien wie der von Sana hergestellt, von der die Fairhandelsorganisation Kalakosh eine Mut machende Geschichte berichtet:  Sana ist die älteste Tochter von Naseem, einem Kunsthandwerker aus Alt-Delhi. Seit Generationen stellt ihre Familie traditionellen Schmuck her. Aber ihrer Familie ging es finanziell sehr schlecht, weil die Zwischenhändler, die Naseem den Schmuck abkauften, nicht rechtzeitig oder gar nicht bezahlten.

Im Jahr 2009 erfuhr Sana über das Internet vom Konzept des fairen Handels. Sie schrieb daraufhin dem indischen Partner von Kalakosh, SETU, eine E-Mail mit der Bitte um Hilfe (Wortlaut: “When we seen your website we feeling there is someone in the world who can take care people like us.”). Kurze Zeit später besuchte SETU Sanas Familie und entschied sich, sie und ihre Gemeinde zu unterstützen und zu fördern.

Durch den Anstoß von Sana arbeiten mittlerweile mehrere Familien aus Alt-Delhi und aus ländlichen Gemeinden zusammen, um Schmuck für SETU herzustellen. Sana studiert jetzt BWL an der Universität. Sie ist die erste aus ihrer Familie und ihrer Gemeinschaft, die eine akademische Ausbildung macht.

Das Beispiel von Sana zeigt sehr schön, welchen Einfluss der faire Handel auf das Leben der Menschen hat: Mehr als 350 Kunsthandwerker/-innen erhalten nun einen fairen Lohn unter guten Arbeitsbedingungen und die Kinder dieser Menschen haben nun bessere Bildungsperspektiven.

 

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„Kartoffelchips von Kleinbauernfamilien -

Tradition und Chance für Peru“

 

 

 

Yanet Giovana Garay Flores und Esperita Guerrero Romero stellten zusammen mit einem Mitarbeiter der dwp eG Fairhandelsgenossenschaft ihr peruanisches Vorzeigeprojekt vor.

Auf ihrer deutschlandweiten Produzentenrundreise zur Fairen Woche 2016  berichteten Yanet Giovana Garay Flores und Esperita Guerrero Romero von der beeindruckenden Arbeit ihrer Kooperative Agropia in den peruanischen Anden.

 Im Mittelpunkt des Abends standendabei die vielen positiven Wirkungen, die der Faire Handel mit Bio-Kartoffelchips ermöglicht. Die Erfolge in Peru sind damit beispielhaft für den Fairen Handel auch in anderen Regionen.

105 Mitgliedsfamilien der Kleinbauernkooperative Agropia kultivieren in Höhenlagen zwischen 3.500 und 4.200 Höhenmetern mehr als 400 traditionelle Kartoffelsorten. Die Formen- und Farbenvielfalt der „papas nativas“, wie die traditionellen Sorten von den Bewohnern der peruanischen Anden genannt werden, reicht von weiß über blau bis rot und lila. Die Vermarktung der Kartoffeln in Form von Bio-Kartoffelchips über den Fairen Handel macht den Anbau der traditionellen, oft in Vergessenheit geratenen Sorten für die Kleinbauern wieder rentabel und verhindert Landflucht und Migration.

Dank zusätzlicher Abnahmemengen durch die dwp eG Fairhandelsgenossenschaft und den Verkauf der Bio-Kartoffelchips auch im Weltladen Herrenberg in der Stuttgarter Str. 12 können sich immer mehr Familien Agropia anschließen. Die mit dem Import einhergehende Naturland Fair Zertifizierung ermöglicht den Familien zusätzliche Beratungsangebote und stabile Erzeugerpreise. Planungssicherheit und regelmäßige Fair-Trade-Prämien haben Agropia ermutigt eine eigene Anlage aufzubauen, in der die Kartoffeln zu Bio-Chips verarbeitet und verpackt werden. Damit können die Kleinbauern erstmals direkt an der Wertschöpfung ihrer Kartoffeln teilhaben – als Verarbeiter und Exporteur.

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