Engagement für Menschenrechts- und Umweltschutz entlang der gesamten Wertschöpfungskette

 

Der Verein Partnerschaft 3. Welt e.V. hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, dem Bündnis Initiative Lieferkettengesetz beizutreten. Das Bündnis besteht aus über 90 zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich dafür stark machen, dass in Deutschland ein Gesetz auf den Weg kommt, das Unternehmen dazu verpflichtet, ihren Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Produkts nachzukommen.

Ein Lieferkettengesetz soll vor allem präventiv wirken: „Unternehmen sollten dazu verpflichtet werden, die Risiken für Mensch und Umwelt in ihren Geschäften zu analysieren, diesen vorzubeugen und das öffentlich zu dokumentieren. Verstoßen sie gegen diese Pflichten, muss das Konsequenzen haben: zum Beispiel Bußgelder oder den Ausschluss von öffentlichen Vergabeverfahren“, erläutert Christian Schliemann vom European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in einer Pressemitteilung des Bündnisses. Zudem soll ein solches Gesetz Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen erleichtern, in Deutschland vor Gericht zu ziehen, um auf Wiedergutmachung zu klagen.

Dass ein Lieferkettengesetz benötigt wird, zeigen einige Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit: Der mangelhafte Brandschutz in einer KiK- Zulieferfabrik in Pakistan führt zum Tod von 258 Menschen. Durch den Dammbruch bei einer brasilianischen Eisenerzmine sterben 272 Menschen, obwohl der TÜV Süd Brasilien kurz zuvor die Sicherheit des Damms zertifiziert hat. Vor einer Platin-Mine in Südafrika werden 34 streikende Arbeiter erschossen und BASF macht mit dem Betreiber der Mine weiterhin gute Geschäfte.

Weitere Informationen finden sich unter http://www.lieferkettengesetz.de/www.lieferkettengesetz.de.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchtipp zum Thema Kinderarbeit

Für unsere Mitglieder und alle Interessierten  am Thema Menschenrechte  und Fairer Handel möchten wir auf das gute und umfangreiche Sortiment an Büchern der Stadtbibliothek Herrenberg zu diesen Themen hinweisen. Welch ungeahntes Leid sich hinter unserer Warenwelt verbirgt, erfahren wir beispielsweise im Buch „Kleine Hände- großer Profit“:
Kinderarbeit ist international verboten. Trotzdem schuften Millionen Kinder unter unwürdigsten Bedingungen für Produkte, die bei uns zum Alltag gehören. Sie stellen Teppiche her, fertigen Schmuck oder arbeiten in Steinbrüchen. Sie  sind oft unterernährt, tragen keinerlei Schutzkleidung, sind Umweltgiften ausgesetzt und erhalten keinen Zugang zu Bildung.

Der Kinderarbeitsexperte Benjamin Pütter aus Freiburg reist seit fast 40 Jahren in Länder, in denen Kinderarbeit besonders verbreitet ist, sammelt Beweismaterial  und begleitet Sozialprojekte zur Wiedereingliederung. Manche kennen ihn von seinem Besuch vor einigen Jahren in Herrenberg für einen Vortrag zu den untragbaren Zuständen im Steinhandel  mit Grab- und Natursteinen aus Indien und China. In seinem aktuellen  Buch „Kleine Hände – großer Profit“ (Heyne Verlag) zeigt er die Missstände und deren Hintergründe auf und erläutert die Rolle deutscher Firmen und der Konsumenten. Seit 2015 ist er Berater für Kinderrechte und Kinderarbeit beim Kindermissionswerk Die Sternsinger.

Das Buch ist auszuleihen aus dem Bestand der Stabi Herrenberg.