Eine Welt-Journal bringt gute Ideen für nachhaltige Mobilität

Als Weltladen sind wir Mitglied im DEAB, im Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. Als Mitglied erhalten wir viermal im Jahr die „Südzeit“, das DEAB-Eine-Welt-Journal. In der aktuellen „Südzeit“, geht es um das Thema nachhaltige Mobilität. Im Klappentext heißt es: Unsere Mobilität muss nachhaltig werden, um unseren Planeten zu schützen. Dies kann Verzicht bedeuten, aber auch neue Alternativen erblühen lassen und damit zu mehr Lebensqualität führen. Doch wie kann eine nachhaltige Mobilität aussehen und wo liegen die Tücken? Die Juni-Ausgabe von Südzeit mit dem Schwerpunkt „Nachhaltige Mobilität: Lebenslust und gutes Klima“ gibt Antworten.

Die Südzeit berichtet über aktuelle entwicklungspolitische Themen und Aktivitäten in Baden-Württemberg, gibt Tipps zum nachhaltigen Lebensstil und zeigt Ideen auf für die entwicklungspolitische Arbeit vor Ort. 

Einige Exemplare der lesenswerten "Südzeit" liegen im Weltladen und warten auf interessierte Leserinnen und Leser!

 

 

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Weltgarten auf der Bundesgartenschau

Mit der interaktiven Erlebnisausstellung WELTGARTEN präsentiert der DEAB, der Dachverband Entwicklungspolitik Baden Württemberg, einen bunten Strauß entwicklungspolitischer Themen auf der Bundesgartenschau in Heilbronn. Den roten Faden bilden dort die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, auch bekannt als Sustainable Goals, die 2015 von vielen Ländern gemeinsam in der  Agenda 2030 verabschiedet wurden. Regierungen, Organisationen und jeder Einzeln sind aufgerufen, diese ehrgeizigen Ziele für die Zukunft unseres Planeten umzusetzen. In der Ausstellung werden aktuelle Themen der Entwicklungspolitik und Nachhaltigkeit wie Welternährung, Wasser, Fairer Handel und Konsum aufgegriffen und mit unserer persönlichen Lebenswelt verbunden. Die Stationen laden zum Mitmachen ein und machen globales Lernen für Jung und Alt zum Erlebnis! Wie soll die Welt von morgen aussehen? Wie sieht Ernährung in einer globalisierten Welt aus? Was hat ein Hipporoller mit der Ressource Wasser zu tun? Mit laufend neuen Aktionen und Veranstaltungen bietet der WELTGARTEN bei der BUGA ein zusätzliches vielfältiges und interessantes Programm: so zum Beispiel  vom 1.-4. Juni Aktionstage zum Klimaschutz mit spannenden Mitmachaktionen! Unter www.weltgarten.de erfahren Sie Genaueres. Vom 17.4. bis zum 6.10. ist der WELTGARTEN täglich von 9-19 Uhr auf der Bundesgartenschau geöffnet. Es lohnt sich, vorbeizuschauen!

Und wer nicht so weit reisen möchte, dem sei ein Besuch des Afrika Festival „Eyes on cameroon“  am 1. Juni 2019 in Herrenberg empfohlen. Mit einem abwechslungsreichen Programm kann man sich in Spitalkirche, Klosterhof und auf dem Marktplatz über Hintergründe von Projekten in Mali, Uganda, Nigeria, Kamerun  und Nordkenia informieren, einen runden Tisch zur „Stellung der Frau in Afrika“ besuchen und  Live-Musik, Tänze und afrikanisches Essen genießen. Von 10 bis 22 Uhr wird ein riesen Programm geboten, der Verein Partnerschaft/ Weltladen  ist im Klosterhof von 10-13.00 Uhr  dabei!

 

 

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Tipps der Woche

Unter dem Motto „Fairer Schmuck fair-zaubert“ sind im Weltladen derzeit verschiedene Schmuckhersteller ausgestellt. So designen und vertreiben beispielsweise die zwei Firmengründerinnen von PAKILIA fair gehandelten Silberschmuck aus Mexico. Dabei lebt eine der jungen Frauen permanent in Mexico und eine in Deutschland, was den direkten Kontakt vor Ort garantiert. Häufige regelmäßige gegenseitige Besuche sollen die enge Verbindung zu den Herstellerfamilien und der Produktentwicklung sicherstellen. Die hergestellten Schmuckstücke werden direkt vertrieben ohne Zwischenhändler. Mission des Firmengründerinnen-Duos ist es, beiden Seiten - Kunden wie auch den mexikanischen Silberschmiedekünstlern - Freude zu bringen durch faire Arbeitsbedingungen. Außerdem erhältlich ist farbenfroher Keramikschmuck des Unternehmens  KAZURI aus Kenia. Mit dem Ziel, alleinstehenden Müttern eine Existenzsicherung zu bieten, wurde in den 70er Jahren eine kleine Manufaktur gegründet. Heute verdienen 280 Kenianerinnen bei KAZURI ihren Lebensunterhalt. Die Perlen werden einzeln aufwändig von Hand geformt und geglättet, gebrannt, glasiert und bemalt. Durch die reine Handarbeit sind alle Perlen Unikate. Selbstverständlich sind alle verwendeten Metalle nickelfrei.

Außerdem an dieser Stelle für alle Interessierten ein Buchtipp: „Wir Herrenmenschen: Unser rassistisches Erbe: Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte“ von Bartholomäus Grill , erschienen im  März 2019. – eine packende Geschichtsreportage zur aktuellen Debatte. Wie uns das Denken der Kolonialzeit noch immer prägt, führt Bartholomäus Grill hier aus. Der SPIEGEL-Reporter, einer der besten deutschen Afrikakenner, hat in den letzten drei Jahrzehnten an allen Schauplätzen des ehemaligen Kolonialreichs recherchiert. Grill verfolgt akribisch die Spuren der deutschen Fremdherrschaft in Afrika, China und der Südsee und beschreibt unser rassistisches Erbe: Das Herrenmenschentum prägt nach wie vor unser Denken, die Klischees von den „bedrohlichen Afrikanern“ oder „hilflosen Entwicklungsländern“ wirken fort, gerade in Zeiten verstärkter Flucht und Migration. Eine packende historische Reportage – und zugleich ein Debattenbuch von höchster Aktualität. Sicherlich lesenswert im Hinblick auf die aktuellen Debatten zu den weltweiten Fluchtbewegungen.

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Weltladentag war ein Erfolg!

Der am vergangenen Samstag begangene Weltladentag war unter der Mitwirkung verschiedener Akteure ein informatives und erfolgreiches Event. Rhythmische Arrangements der Herrenberger Cajongruppe machten klangvoll darauf aufmerksam, dass in der Stuttgarter Straße gefeiert wird und führten so manchen Interessenten in die Stuttgarter Straße vor den Weltladen. Hier informierten Mitglieder des Vereins Partnerschaft 3. Welt Passanten über das Thema  „menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen“  und unfaire Arbeitsbedingungen  am Beispiel  der Textilindustrie  und die Bananologen luden zum Spiel mit der Weltplane ein, was rege wahrgenommen wurde.  Trotz kurzer Regengüsse blieben recht viele Menschen zum Austausch stehen, um sich zu informieren und nahmen das Angebot der Verkostung von fair gehandelten Produkten des Ladens wahr. Lena Schuldt, die jüngst eingestellte FairHandels Koordinatorin des Teams für Bürgerliches Engagement und Beteiligung, feierte  und koordinierte mit, stellte sich bei dieser Gelegenheit vor und wies auf das 4jährige Jubiläum der Stadt mit der Auszeichnung  „Fair Trade Stadt“ hin.

Herzlichen Dank an dieser Stelle allen Helfern und Beteiligten; das Zusammen Wirken hat sich bewährt und macht solche Aktionen erst möglich! Interessierte am Thema möchten wir auf das neue Info Schaufenster gegenüber dem Laden hinweisen. Es informiert ausführlich über den Stand und die Notwendigkeit der Schaffung  verbindlicher Regelungen zum Schutz der Menschenrechte entlang der Produktionskette.  Die nächste Mittwochsgruppe findet am 12.5. um 19.45 Uhr im Klosterhof statt. Interessierte sind stets willkommen!

 

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„Tausche Mangos gegen Schule“ - Mango-Aktion beginnt am 9. Mai

Weltladentag am 11. Mai

 

Die Mangos kommen! Am Donnerstag, 9. Mai beginnt im Herrenberger Weltladen die diesjährige Mango-Aktion. Frische Mangos, direkt importiert aus Burkina Faso, werden zum Verkauf angeboten – solange der Vorrat reicht.

Bereits zum 31. Mal finden Mangotage im Kirchenbezirk Böblingen statt. Dahinter steht ein tolle Idee: In Burkina Faso herrscht im April / Mai Haupterntezeit für Mangos und damit ein Überangebot für die schmackhaften und gesunden Früchte. Die Mangoaktion verschafft Bauern in Burkina Faso eine zusätzliche Absatzmöglichkeit für ihre Ernte.

Die Mangos werden in Weltläden und Kirchengemeinden verkauft und der Erlös finanziert für Schüler kirchlicher Schulen in Burkina Faso ein gesundes Mittagessen an den Schulen. Außerdem können die Gehälter von 68 Lehrkräften dadurch gesichert werden.

Durch die Unterstützung verschiedener Akteure und viel ehrenamtliches Engagement kommen - nach Abzug der Kosten für die Früchte, Transport und Kühlung - rund 60% des Verkaufserlöses der Unterstützung der Schulen zugute. „Tausche Mangos gegen Schule“ ist ein echtes Erfolgsprojekt, nicht zuletzt, weil die frischen Mangos hervorragend schmecken!

Am Samstag, 11. Mai, dem internationalen Tag des Fairen Handels, begehen die Weltläden in Deutschland den Weltladentag. Hierzu lädt der Verein Partnerschaft 3. Welt e.V. von 10-12 Uhr  in die Stuttgarter Straße 12 ein. Zum  Kampagnenmotto „Mensch. Macht.Handel.Fair“ können sich Passanten und Besucher in Herrenberg auf verschiedene  Aktionen vor dem Laden freuen: unter Mitwirkung der Cajon Gruppe, der Bananologen und der neuen Fair Handels Koordinatorin der Stadt, Lena Schuldt, wird über das Thema  „menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen“  informiert.

Bei der Herstellung unserer Alltagsprodukte werden häufig Menschenrechte verletzt und Umwelt zerstört. Deutsche Unternehmen sind daran immer wieder beteiligt oder profitieren finanziell davon. Wie bereits in Frankreich und in Großbritannien geschehen, sollen nun auch in Deutschland verbindliche Regelungen zum Schutz der Menschenrechte entlang der Produktionskette eingefordert werden. 

Es können verschiedene faire Produkte bei einer kleinen Verkostung probiert werden.

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Kaffee aus dem Fairen Handel

Kaffee – ein lukrativer Markt, von dem bisher zu wenige profitieren

Der globale Kaffeemarkt hat sich immer noch nicht geändert. Von den zwei Milliarden Tassen Kaffee, die weltweit täglich getrunken werden profitieren die wenigen großen Kaffeekonzerne. Bei den KaffeebäuerInnen in den Anbauländern des ärmeren Südens verbleibt kaum etwas vom Kuchen, das belegt die gerade erschienene französische Studie „Kaffee – eine Erfolgsgeschichte verdeckt die Krise“. Seit 1994 steigen die Gewinne der großen Kaffeeröstereien, während die Einkünfte der ProduzentInnen im selben Zeitraum sanken. Mangelernährung, Migration und Drogenhandel sind ebenso die Folgen, wie Entwaldung und verstärkte Nutzung von chemischen Düngemitteln. Und der Klimawandel lässt sich in den Erzeugerländern schon heute nicht mehr leugnen. „Wenn wir auch zukünftig täglich Kaffee genießen möchten“, so TransFair Geschäftsführen Dieter Overath, „müssen die Bedingungen für die Kaffeebäuerinnen und -bauern dringend verbessert werden. Diese Studie verheißt dem konventionellen Kaffeesektor schwere Zeiten, wenn nicht in die Nachhaltigkeit des Anbaus investiert wird.“

Fairer Handel verbessert die Lebensbedingungen der Kaffeeproduzent*innen

Die Studie zeigt auf, dass der Faire Handel die Lebensbedingungen der KaffeebäuerInnen verbessert, indem er die Organisationsfähigkeit der Bäuerinnen und Bauern stärkt, die Preisschwankungen am Weltmarkt durch den Mindestpreis abfedert und die Kooperativen zusätzlich von Prämien für Fairen Handel und ökologischen Anbau profitieren. Vor allem die Kombination aus biologischem Anbau und Fairem Handel wird als besonders wirksam hervorgehoben. In Deutschland sind bereits 78% des fair gehandelten Kaffees auch Bio-zertifiziert.

Die Politik ist gefordert

Der Marktanteil fair gehandelten Kaffees ist in Deutschland zwar gestiegen, liegt jedoch bei nur 4,8%. Das zeigt, dass Fairer Handel allein die Ungerechtigkeit des Kaffeemarktes nicht beheben kann, denn die Marktmacht der konventionellen Lieferketten ist einfach zu groß. Deshalb fordern Fair Handelsaktive von der Bundesregierung die Abschaffung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee. Die Kaffeesteuer ist eine Verbrauchssteuer, die beim Import von geröstetem Kaffee, nicht von Rohkaffee, erhoben wird. 2017 betrug die Kaffeesteuer 2,19€ je Kilo Kaffee. Würde sie für den fairen Handel abgeschafft, könnten die ProduzentInnen den Kaffee selbst rösten und verpacken und somit mehr Wertschöpfung im Erzeugerland verbleiben. Zusätzlich fordern die Fair Handelsakteure eine gesetzliche Regelung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht entlang der gesamten Lieferketten. Unternehmen müssen dafür sorgen, dass ihre Produkte unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden, von der Kakaobohne bis zur Tafel Schokolade hier auf dem Ladentisch, von der Baumwolle, über die Webereien und Nähereien in Bangladesch, bis ins Ladenregal.

 

 

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Aufbruch nach dem Taifun: Die neue Zuckerrohrmühle

 

Im November 2013 verwüstete der gewaltige Taifun Haiyan große Teile der Region Capiz, im Norden der philippinischen Insel Panay.
Mit einer breit angelegten Spendenaktion unserer Hauptimportorganisation dwp eG konnte tausendfach überlebenswichtige Notfallhilfe geleistet werden. Um die Opfer des Taifuns dauerhaft zu unterstützen und den betroffenen Familien eine wirtschaftliche Perspektive zu ermöglichen, konnte mit gezielten Spenden von 100 Weltläden aus Deutschland und Österreich im April 2015 eine Zuckerrohrmühle für die Mitglieder des neu gegründeten Capiz Fair Trade Centers aufgebaut werden. Erstmals erzielen die angeschlossenen Kleinbauernfamilien einen fairen Preis für ihren nicht raffinierten Vollrohrzucker und können so den Wiederaufbau ihrer Häuser und der Dorfstruktur weiter in Angriff nehmen. Vom Panay Fair Trade Center (PFTC) erhalten die Zuckerrohrbauern aktuell 1 EUR je Kilo unverpacktem Mascobado und damit um 2/3 mehr als bisher von den großen, privaten Zuckerrohrmühlen. Zusätzlich können sie weitere Leistungen wie die Zahlung einer zinsfreien Vorfinanzierung und die Gewährung von Mikrokrediten in Anspruch nehmen.

Mit dem sinnvollen Einsatz der Spenden konnte in kurzer Zeit ein selbständig arbeitendes Projekt für viele aufgebaut werden: Die einzige Zuckerrohrmühle der Region Capiz, die in der Hand von Kleinbauernfamilien ist - ein toller Erfolg für den Fairen Handel!

Der Mascobado-Zucker von der Insel Panay ist im Weltladen erhältlich.

 

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Regenwald-Institut Freiburg

Dr. Reiner Pütz

Brasilien hat gewählt und die Bevölkerung hat sich für einen ultrarechten, rassistischen und frauenfeindlichen Präsidenten entschieden, der obendrein ein glühender Verehrer der Diktatur ist. Das lässt nichts Gutes erwarten.

Ich komme gerade aus Brasilien zurück und konnte die Stimmung am Wahltag und die Ereignisse danach „live“ einfangen. Am Wahltag habe ich ein Wahllokal in Belém besucht und konnte den Grad der Spaltung der brasilia-nischen Bevölkerung an der Wahlurne beobachten. Die glühendsten Bolsonaro-Sympathisanten und -Wähler waren schon von weitem als solche zu erkennen – sie erschienen im Dress der Nationalmannschaft im Wahllokal. Das waren erstaunlich viele, selbst im eher der Arbeiterpartei zugetanen Norden Brasiliens. Ein mutiger, offenbar blinder Mann mit Begleitung erschien mit einer roten Fahne. Es lag eine seltsame Spannung in der Luft. Der normalerweise sehr lärmende brasilianische Alltag wich einer ungewohnten Ruhe. Eigentlich hatte die brasilianische Bevölkerung keine gute Wahl, denn neben dem erwähnten ultrarechten Bolsonaro stand ein Kandidat der mittlerweile allgemein verhassten Arbeiterpartei (PT) zur Wahl, der für viele Jahre Misswirtschaft und ausufernde Korruption, eine schwere wirtschaftliche Depression sowie für eine stark ansteigende Kriminalität stand. Das Wahlergebnis wurde am Wahlabend landesweit mit Feuerwerk, Autokorsos der Bolsonaro-Anhänger und erste Hetzjagden auf Lesben und Schwule begangen. In Sao Paulo gab es erste Straßenschlachten zwischen den Anhängern der beiden politischen Lager.

Der Hass auf die Arbeiterpartei war letztlich zu groß und so wurde mit Bolsonaro das vermeintlich kleinere Übel gewählt – in der Hoffnung, dass schon nicht alles so schlimm werden würde, wie die zum Teil haarsträubenden Aussagen und Ankündigungen von Bolsonaro erwarten lassen.

Angst geht um, vor allem auch bei den indigenen Gemeinschaften die ich nach den Wahlen besuchte. Bolsonaro hat angekündigt, die Indianerschutzgebiete aufzulösen, denn Brasilien brauche keine „Zoologischen Gärten mit Indianern“ darin. Er will Amazonien der Landwirtschaft und den Bergbaukonzernen opfern.

Frei Alido, der unser Wasser-Projekt bei den Guarani-Indianern betreut, hat noch in der Wahlnacht zwei anonyme Drohanrufe erhalten. Er hat schon vor Jahren Morddrohungen erhalten. Seit ca. 2 Jahren wurde es zum Glück besser und er konnte auf die 24-stündige Videoüberwachung seiner Unterkunft verzichten. Nun scheint das alles wieder von vorne zu beginnen. Noch weigert er sich von dort wegzugehen und die Indianer sich selbst zu überlassen. Im Gebiet der Guaraní ist der Konflikt mit den Fazendeiros und der Hass auf die Indianer besonders ausgeprägt. 

Sie sollen Ihnen hautnah vor Augen führen, wie wichtig dieArbeit in den Weltläden für die Zukunft der Regenwälder und deren traditionellen Bewohner ist und künftig noch mehr werden wird. Gemeinsam müssen wir die traditionelle Bevölkerung in den Regenwäldern durch die Abnahme und den Verkauf ihrer Produkte so stärken, dass sie auch künftig in der Lage sind, dem nun noch mehr wachsenden Druck auf ihre Lebensgrundlagen zu widerstehen.

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Cashewkerne – eine wertvolle Knabberei

 

Ob natur, geröstet und gesalzen oder mit Chili gewürzt – Cashewkerne sind eine beliebte Knabberei. Aber woher stammen die Cashews eigentlich und warum sind sie so teuer?

Cashews sind die Fruchtkerne des tropischen Kaschubaumes. Sie werden aus verschiedenen afrikanischen und asiatischen Ländern importiert. Die Cashews unseres Hauptimporteurs Welt Partner stammen aus Burkina Faso. Der Cashewkern, der von einer harten Schale umgeben ist, ist das Anhängsel des Cashewapfels, aus dem Saft oder Marmelade hergestellt werden kann. Die reifen Cashewkerne fallen zu Boden, werden aufgesammelt, getrocknet und meist von Hand geknackt, da die Kerne sehr leicht brechen. Viele Arbeitsschritte und viel Handarbeit bedingen einen relativ hohen Preis für ein hochwertiges und gesundes Produkt. Cashewkerne enthalten weniger Fett, aber mehr Kohlenhydrate als die meisten Nüsse und dazu viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Magnesium, Eisen, Kupfer und Zink. Cashews in Bio-Qualität und aus Fairem Handel gibt es im Weltladen, Stuttgarter Str. 12.

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Vier Tage Kinderkulturkarawane - ein Stück  Peru in Herrenberg

Sieben Jugendliche aus Villa El Salvador bei Lima waren mit ihren zwei Begleiterinnen im Rahmen der Kinderkulturkarawane in Herrenberg zu Gast. Neben einem Besuch in einer 10. Klasse des SGH, in dem über die Hintergründe der ehemaligen Slum Siedlung am Rand der Atacama Wüste und deren Entwicklung zur Großstadt mit ihren Müll-, Klima- und Sozialproblemen  berichtet wurde, führte die Gruppe Arena y esteras dort auch einen Artistik- und Tanzworkshop durch, an dem mehr als 30 SchülerInnen teilnahmen. 

Die Aufführung am Abend im Evangelischen Gemeindehaus entführte die 130 ZuschauerInnen dann  für eine Stunde  in eine andere Welt: die Legende von Oshi und Bari, Mond und Sonne, war  ein Augenschmaus! Mit schönen Kostümen, Szenen und Artistik begeisterten  die Jugendlichen Darsteller ihr Publikum und schufen ein Gefühl für die Peruanische Kultur und Tradition. Die entstandenen Begegnungen, der Austausch unter den Jugendlichen wie auch nach der Aufführung  und die Gespräche und Erlebnisse in den Gastfamilien waren intensiv und hoch interessant. Der direkte Kontakt ermöglicht eine emotionale Beteiligung und Wissen über die jeweiligen  Lebenssituationen und Probleme des Alltags, die kein Zeitungs- oder TV Bericht  vermitteln kann. „Jedes Kind hat eine Recht auf ein Lächeln“ ist die Botschaft, die das Projekt Arena y Esteras tagtäglich umzusetzen versucht. Die Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben dort eine Heimat gefunden, in der  Bildung, Zukunftsperspektiven und Visionen von einer besseren Welt weitergegeben werden. Gemütliches Beisammensein am Samstag, Besuch der Stadt und der Herbstschau, Abenteuer im Waldseilgarten und eine ausgelassene Tanzparty am Abend machten am Sonntag den Abschied schwer. Alles in allem war der Aufenthalt der Kinderkulturkarawane-Gruppe ein überzeugendes Beispiel, das Zusammensein und Solidarität über Kontinente und Grenzen hinweg gar nicht so schwer ist und jeder davon in einer sehr verbindenden und Mut machenden  Weise davon profitieren kann! Ein herzliches Dankeschön an die fantastischen Gastfamilien, die Unterstützung durch die Stabi, das Kuca Team , die  Lokale Agenda und den Projektepool der Stadt Herrenberg, die die Durchführung und Finanzierung  des Besuches erst ermöglicht haben!

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Fairer Kaffee im Aufwind

 

2017 verzeichnete der Absatz von fair gehandeltem Kaffee gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 8 %. Im Vergleich zu 2010 hat sich der Absatz fast verdreifacht. Gemessen am Gesamtabsatz von Röstkaffee in Deutschland liegt der Marktanteil von fair gehandeltem Kaffee jedoch nur bei 4,8 %.

Kaffeeproduzent*innen, zumeist Kleinbäuer*innen, sind besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Unberechenbare Niederschläge erschweren die Anbaubedingungen und bringen Ertragsverluste. Trotz sinkender realer Einkommen müssen sie dringende Investitionen in die Zukunft schultern, um für sich und ihre Familien eine Perspektive im Kaffeeanbau zu behalten. Im Fairen Handel erhalten die Produzent*innen Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel und profitieren von zuverlässigen und fairen Handelspartnerschaften. Eine Möglichkeit zur Förderung fairen Kaffeekonsums sind steuerliche Anreize, wie sie Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im April 2018 forderte. (Quelle: forum-fairer-handel.de)

Kaffee war das erste Lebensmittel, das vor über 40 Jahren von der Weltladenbewegung angeboten wurde. Aus dem Indio-Kaffee von damals ist längst ein vielfältiges Angebot an Kaffees aus verschiedenen Ländern geworden. Der Weltladen in der Stuttgarter Straße hält viele Spezialitäten bereit, aus Burundi, Kamerun, Ägypten oder Südamerika, als Bohne, Pad oder gemahlen.

Das Weltladen-Team berät Sie gerne!

 

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Bio Café Orgánico

Im Dezember 2017 wurden in Düsseldorf von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis Unternehmen, Kommunen, Marken und Produkte für nachhaltige Spitzenleistungen ausgezeichnet.

Dieser Preis wird seit 10 Jahren verliehen und erfreut sich immer größer werdender Beachtung und Wertschätzung in Unternehmenskreisen und bei Kommunen, signalisiert er doch das steigende Interesse an Nachhaltigkeit, Schutz des Lebensraumes und letztendlich an der Bewahrung der Schöpfung.

Für uns als Mitstreiter für diese inzwischen für die Natur überlebensnotwendigen Ziele ist es sehr erfreulich, wenn ein Produkt, das wir auch im Eine Welt Laden Mayen erfolgreich verkaufen, nunmehr mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde:

Der GEPA Bio Café Orgánico

Grund genug, den preisgekrönten Kaffee kurz vorzustellen:

Die Ursprünge finden sich in Mittel- und Südamerika und hier speziell Mexiko, Peru und Bolivien. Dort haben Kleinbauern mit dem Anbau dieser Kaffeesorte begonnen und haben deshalb auch einen großen Anteil an dem Erfolg dieses schmackhaften Kaffees. Er ist zudem der erste fair gehandelte Kaffee der Welt. Der Anbau der erstklassigen Arabica Bohnen erfolgt selbstverständlich ökologisch, die Veredelung durch schonende Langzeitröstung. Wichtig bei der Zubereitung des Kaffees sind zum Einen die Wasserqualität und zum Anderen die Dosierung - also die Menge des zugegebenen Kaffeepulvers. So kann jeder seine Lieblingsgeschmacksrichtung weitgehend selbst beeinflussen. Und vom Orgánico benötigt man eher weniger als mehr für einen aromatischen Kaffeegenuss. Probieren geht aber bekanntlich über studieren.

Im Welt Laden gibt es den Bio Café Organico als ganze Bohne und gemahlen.

 

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Mangoprodukte mit sozialpolitischem Hintergrund –

Lohnenswerter Kampf für die Kinderrechte auf den Philippinen

Morddrohungen und andere Anfeindungen sind für Pater Shay Cullen fast Alltag- und das seit vielen Jahren. Ob als verdeckter Ermittler in Bars, Bordellen und Gefängnissen  auf den Philippinen, ob als scharfer Kritiker westlicher Reiseveranstalter und der philippinischen Regierung oder als Zeuge gegen Sextouristen vor Gericht: immer wieder eckt der aus Irland stammende Ordensmann an und sorgt weltweit für Furore. Nun wurde der 74 jährige vor drei Monaten einmal mehr ausgezeichnet: für seinen jahrzehntelangen unermüdlichen Kampf für Kinderrechte erhielt er die Martin Buber Plakette. Cullen gilt als Mitinitiator der UN Kinderrechtskonvention und wurde mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Er erhielt in Deutschland u.a. den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar und den Shalompreis an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seit vielen Jahren ist er im fairen Handel bekannt. Der Großteil der fairen Mangos und Mangoprodukte bei GEPA, el puente und dwp stammen aus den Preda Projekten Shay Cullens!

Die Preda-Stiftung (Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance) wurde 1974 von dem irischen Priester und Menschenrechtspreisträger Pater Shay Cullen zusammen mit dem philippinischen Ehepaar Hermoso gegründet. Der Sitz der Stiftung, am Rand der Hafenstadt Olongapo auf der philippinischen Hauptinsel Luzon, ist bis heute Anlaufstelle und Therapiezentrum für sexuell missbrauchte sowie ehemalige, inhaftierte Kinder. Die erfolgreiche, internationale Menschenrechts- und Kampagnenarbeit von Preda findet seit Jahrzehnten weltweit große Beachtung. Der Faire Handel mit Mangos hat sich in dieser Situation zu einem wirksamen Instrument gegen Armut und Landflucht entwickelt. Durch den Fairen Handel von Preda und dwp wird hunderten von Kleinbauernfamilien ein gesichertes und höheres Einkommen ermöglicht. Neben Therapieangeboten, Sozialarbeit, juristischer Verfolgung der Täter bis in die Ursprungsländer, Vorbereitung von Gesetzesinitiativen, Bildungs- und Bewusstseinsarbeit, einer umfangreichen Jugendarbeit u.v.m. spielt der Faire Handel mit Mangos in der Prävention eine zentrale Rolle. Um Kinderprostitution als eine Folge ex-tremer Armut zu verhindern schafft Preda mit Hilfe des Fairen Handels verbesserte Einkommen auf dem Land. Landflucht, mit der oftmals ein schlimmer Armutskreislauf beginnt und die Familien in die Slums von Städten wie Manila treibt, kann damit vermieden werden. Stattdessen bieten der Faire Handel von Preda und dwp neue Perspektiven für die ländliche Bevölkerung.

Die stetig steigende Abnahme immer größerer Mengen an fair gehandelten Mangos durch dwp und den nachfolgenden Importeuren brachte ein bestehendes Kartell, das lange Jahre die Erzeugerpreise für Mangos künstlich niedrig hielt, zum Erliegen. Das Engagement des Fairen Mango-Handels, mit dwp als Pionier, konnte somit die Erntepreise für tausende von Mangobauern erhöhen- unabhängig ob diese an Fairhandelspartner wie dwp oder an rein kommerzielle Verarbeiter und Händler liefern; ­ein toller volkswirtschaftlicher Erfolg. Einen Teil der Erlöse aus dem Fairen Handel verwendet Preda als wichtige finanzielle Grundlage für ihre umfangreichen Sozialprogramme und Menschenrechtsarbeit.

 Der Weltladen in der Stuttgarter Straße  bietet aus dem Sortiment des Preda Projektes  leckere getrocknete Mangos, Mangoschnitze in Sirup, Mangobalsamessig, Mangofruchtsoße, Mangochutneys  und Mangolikör an. Probieren lohnt sich!

 

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Bananen im Test: „Fair gewinnt“

 

Weltladen-Bananen schneiden bei Öko-Test sehr gut ab

 

„Fair gewinnt“ lautet das Ergebnis des Tests an Bananen, den die Zeitschrift Öko-Test in ihrer Januar-Ausgabe veröffentlicht hat. Getestet wurden konventionell erzeugte und Biobananen, gekauft in Supermärkten, Discountern, Bioläden und Weltläden. Bananen gelten als „Pestizid-Weltmeister“, daher wurden die Früchte einer umfangreichen Analyse auf mehr als 600 Pestizide unterzogen. Unter dem Pestizid-Einsatz leiden nicht nur die Konsumenten, sondern vor allem die Gesundheit der Beschäftigten auf den Bananenplantagen. Bei den konventionell angebauten Bananen stießen die Prüfer bei allen untersuchten Proben auf deutliche bis sehr starke Pestizidbelastungen. Erfreulich gut schnitten die Biobananen ab: hier wurden keine gesundheitsgefährdenden Pestizide gefunden. Neben der Untersuchung der Inhaltsstoffe berücksichtigt der Test auch die Transparenz der Produktion, die Einhaltung von Arbeitsrechten, die Entlohnung  der Arbeiter und ob diese Bedingungen auch durch entsprechende Zertifikate nachgewiesen werden können. Der Fairtrade-Standard setzt sich besonders für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Handelsbeziehungen ein. Zu den Testsiegern, die mit dem Gesamturteil „sehr gut“ bewertet wurden, gehören die Bananen von BanaFair, die der Herrenberger Weltladen anbietet. BanaFair-Bananen wachsen in Ecuador, werden nicht in Monokulturen angebaut und sind Fairtrade und Naturland Fair zertifiziert.

„Wenn die Supermärkte die Bananenproduktion wirklich verbessern wollen, dann müssen sie ausschließlich faire Bio-Bananen anbieten, die für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und umweltverträgliche Anbaumethoden stehen.“, so das Fazit von Öko-Test.

 

 

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Weltladentag war ein Erfolg!

Der am vergangenen Samstag begangene Weltladentag war unter der Mitwirkung verschiedener Akteure ein informatives und erfolgreiches Event. Rhythmische Arrangements der Herrenberger Cajongruppe machten klangvoll darauf aufmerksam, dass in der Stuttgarter Straße gefeiert wird und führten so manchen Interessenten in die Stuttgarter Straße vor den Weltladen. Hier informierten Mitglieder des Vereins Partnerschaft 3. Welt Passanten über das Thema  „menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen“  und unfaire Arbeitsbedingungen  am Beispiel  der Textilindustrie  und die Bananologen luden zum Spiel mit der Weltplane ein, was rege wahrgenommen wurde.  Trotz kurzer Regengüsse blieben recht viele Menschen zum Austausch stehen, um sich zu informieren und nahmen das Angebot der Verkostung von fair gehandelten Produkten des Ladens wahr. Lena Schuldt, die jüngst eingestellte FairHandels Koordinatorin des Teams für Bürgerliches Engagement und Beteiligung, feierte  und koordinierte mit, stellte sich bei dieser Gelegenheit vor und wies auf das 4jährige Jubiläum der Stadt mit der Auszeichnung  „Fair Trade Stadt“ hin.

Herzlichen Dank an dieser Stelle allen Helfern und Beteiligten; das Zusammen Wirken hat sich bewährt und macht solche Aktionen erst möglich! Interessierte am Thema möchten wir auf das neue Info Schaufenster gegenüber dem Laden hinweisen. Es informiert ausführlich über den Stand und die Notwendigkeit der Schaffung  verbindlicher Regelungen zum Schutz der Menschenrechte entlang der Produktionskette.  Die nächste Mittwochsgruppe findet am 12.5. um 19.45 Uhr im Klosterhof statt. Interessierte sind stets willkommen!

 

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Mango-Aktion 2019

 

Seit 1989 gibt es die „Mangotage“, ein beispielhaftes Projekt innerhalb der Partnerschaft der Evangelischen Kirche in Burkina Faso mit dem Evang. Kirchenbezirk Böblingen. Auch der Weltladen Herrenberg beteiligt sich seit Jahren an diesem Projekt, für das Mangofrüchte frisch aus Burkina Faso importiert und hier bei uns verkauft werden. Im letzten Jahr musste der Verkauf leider ausfallen – in der Mangolieferung waren nichteuropäische Bohrfliegen gefunden worden und die gesamte Menge musste vernichtet werden. Dank einer grandiosen Spendenaktion kamen trotzdem
innerhalb eines Monats 265.000 Euro zusammen, dies hätte dem Verkaufswert der Mangolieferung entsprochen. Mit diesen Mitteln konnten wie geplant die Lebensmittellieferung an 12 Schulküchen und Zuschüsse zu den Jahresgehältern von 68 Lehrerinnen und Lehrern in Burkina Faso bezahlt werden.

Die Vorbereitungen für die diesjährige Mangoaktion laufen bereits und es wird alles daran gesetzt, dass im Mai wieder leckere Mangos für einen guten Zweck verkauft werden können.