Regenwald-Institut Freiburg

Dr. Reiner Pütz

Brasilien hat gewählt und die Bevölkerung hat sich für einen ultrarechten, rassistischen und frauenfeindlichen Präsidenten entschieden, der obendrein ein glühender Verehrer der Diktatur ist. Das lässt nichts Gutes erwarten.

Ich komme gerade aus Brasilien zurück und konnte die Stimmung am Wahltag und die Ereignisse danach „live“ einfangen. Am Wahltag habe ich ein Wahllokal in Belém besucht und konnte den Grad der Spaltung der brasilia-nischen Bevölkerung an der Wahlurne beobachten. Die glühendsten Bolsonaro-Sympathisanten und -Wähler waren schon von weitem als solche zu erkennen – sie erschienen im Dress der Nationalmannschaft im Wahllokal. Das waren erstaunlich viele, selbst im eher der Arbeiterpartei zugetanen Norden Brasiliens. Ein mutiger, offenbar blinder Mann mit Begleitung erschien mit einer roten Fahne. Es lag eine seltsame Spannung in der Luft. Der normalerweise sehr lärmende brasilianische Alltag wich einer ungewohnten Ruhe. Eigentlich hatte die brasilianische Bevölkerung keine gute Wahl, denn neben dem erwähnten ultrarechten Bolsonaro stand ein Kandidat der mittlerweile allgemein verhassten Arbeiterpartei (PT) zur Wahl, der für viele Jahre Misswirtschaft und ausufernde Korruption, eine schwere wirtschaftliche Depression sowie für eine stark ansteigende Kriminalität stand. Das Wahlergebnis wurde am Wahlabend landesweit mit Feuerwerk, Autokorsos der Bolsonaro-Anhänger und erste Hetzjagden auf Lesben und Schwule begangen. In Sao Paulo gab es erste Straßenschlachten zwischen den Anhängern der beiden politischen Lager.

Der Hass auf die Arbeiterpartei war letztlich zu groß und so wurde mit Bolsonaro das vermeintlich kleinere Übel gewählt – in der Hoffnung, dass schon nicht alles so schlimm werden würde, wie die zum Teil haarsträubenden Aussagen und Ankündigungen von Bolsonaro erwarten lassen.

Angst geht um, vor allem auch bei den indigenen Gemeinschaften die ich nach den Wahlen besuchte. Bolsonaro hat angekündigt, die Indianerschutzgebiete aufzulösen, denn Brasilien brauche keine „Zoologischen Gärten mit Indianern“ darin. Er will Amazonien der Landwirtschaft und den Bergbaukonzernen opfern.

Frei Alido, der unser Wasser-Projekt bei den Guarani-Indianern betreut, hat noch in der Wahlnacht zwei anonyme Drohanrufe erhalten. Er hat schon vor Jahren Morddrohungen erhalten. Seit ca. 2 Jahren wurde es zum Glück besser und er konnte auf die 24-stündige Videoüberwachung seiner Unterkunft verzichten. Nun scheint das alles wieder von vorne zu beginnen. Noch weigert er sich von dort wegzugehen und die Indianer sich selbst zu überlassen. Im Gebiet der Guaraní ist der Konflikt mit den Fazendeiros und der Hass auf die Indianer besonders ausgeprägt. 

Sie sollen Ihnen hautnah vor Augen führen, wie wichtig dieArbeit in den Weltläden für die Zukunft der Regenwälder und deren traditionellen Bewohner ist und künftig noch mehr werden wird. Gemeinsam müssen wir die traditionelle Bevölkerung in den Regenwäldern durch die Abnahme und den Verkauf ihrer Produkte so stärken, dass sie auch künftig in der Lage sind, dem nun noch mehr wachsenden Druck auf ihre Lebensgrundlagen zu widerstehen.

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Türchen für Türchen verkürzt er die Zeit

Auch wenn sich das Wetter noch nicht danach anfühlt, der 1. Dezember kommt bestimmt und einen Adventskalender für die Kinder oder Enkel, ja vielleicht auch für sich selbst sollten Sie bis dahin erstanden haben. Die leckere Bio-Schokolade, die sich hinter jedem Türchen des Adventskalenders verbirgt, ist ein schönes Beispiel für Fairen Handel in aller Welt. Sie enthält nämlich nicht nur fair gehandelten Zucker aus Paraguay und Kakao aus São Tomé und der Dominikanischen Republik, sondern auch faire Milch aus dem Alpenvorland. So können alle Bauern, hier wie dort, fröhliche Weihnachten feiern.

   Das Motiv des diesjährigen Adventskalenders wurde von der philippinischen Kinderbuchillustratorin Bernadette Solina-Wolf gemalt. Sie lebt in der Stadt Puerto Galera auf der Insel Mindoro, eine der insgesamt 7.000 Inseln, die dieses vielseitige Land formen. MISEREOR hat die Künstlerin gebeten, das Weihnachtsgeschehen zu malen und es in ihrer Heimat stattfinden zu lassen. Und so erzählen vier Geschwister, diemit ihren Eltern auf der größten Insel der Philippinen, auf Luzon leben, was in der Zeit vor Weihnachten alles passiert.

   In der Zeit vor Weihnachten stehen die vier mit dem Hahnenschrei auf und gehen in die Messe. Hahnenmesse, „misa de gallo“ heißt diese Messe. Danach wird gemeinsam gegessen und dann geht‘s in die Schule. Nach der Schule helfen sie ihren Eltern. Drei fahren z.B. mit dem Karren aufs Reisfeld. Die kleine grüne Hütte am Feldrand steht auf Stelzen und kann jederzeit an eine andere Stelle versetzt werden, wenn es hier gefährlich wird.

   Einer der vier hängt im Mangobaum eine Weihnachtskugel, den „Parol“ auf. Die große Kugel, wird häufig aus Metall und durchsichtigen Muscheln gebastelt. Wenn abends die Lampe darin angezündet, dann glitzert alles und macht die Nacht hell. Weihnachtsparade, vor Weihnachten ziehen die vier mit ihren Freunden mit bunten Laternen durch die Straßen und bringen Licht in die Dunkelheit.

   In der Mitte des Bildes sieht man die Heilige Familie, eine typisch philippinische Familie. Das Jesuskind ist in ein schönes Tuch gewickelt, das von der Insel Mindanao stammt. Auf Mindanao leben viele Menschen in Armut und es gibt viel Gewalt. Maria trägt traditionelle Kleidung, unter den Füßen einfache Flipflops aus Kokosholz. Und Josef sieht aus wie jemand von der Insel Luzon. Als Gaben bringen die vier Kinder der Heiligen Familie Mangos, Zuckerrohr und ein Tablett voller leckerer Speisen.

 

 

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Woher kommt die Schokolade für meinen Schoko-Nikolaus?

 

Der Advent kommt langsam näher, das ist jetzt auch im Weltladen in der Stuttgarter Str. 12 nicht zu übersehen. Spekulatius, Lebkuchen, Adventskalender und andere leckere Spezialitäten liegen bereit. Nicht fehlen dürfen dabei die Schoko-Nikoläuse. In verschiedenen Größen warten sie auf ihren Einsatz. Was das Besondere an den Fair Trade- Schoko-Nikoläusen ist, erfahren Kinder der 3. und 4. Klasse am Freitag, 25. November 2018 um 15.30 Uhr bei einem spannenden

Nachmittag in der Herrenberger Stadtbibliothek von den Bananologinnen Birgit Metzdorf und Thea Wolf.
Wo wächst denn der Kakao, der in meinem Schokonikolaus verarbeitet ist und wie sieht so eine Kakaopflanze eigentlich aus? Aus welchen Ländern kommt die Schokolade und wer stellt sie her? Können sich die Kinder in den Kakaoanbauländern auch so viel Schokolade kaufen wie wir? Und was hat es mit dem Fairen Handel auf sich? Diesen Fragen gehen die teilnehmenden Kinder bei diesem Ausflug in die Welt der Schokolade auf den Grund. Anmeldung unter Telefon 07032 948230. Natürlich gibt es auch etwas zum Probieren!

 

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Die grüne Lüge“ - eine kritische Auseinandersetzung mit der Nachhaltigkeit von Produkten

Am Freitag, den 9. November 2018 um 20:00 Uhr zeigt das Kommunale Kino Herrenberg in Zusammenarbeit mit Partnerschaft 3. Welt e.V. den Dokumentarfilm „Die grüne Lüge“. Der Film hinterfragt, wie nachhaltig, „bio“ oder „grün“ Produkte wirklich produziert werden.

Regisseur Werner Boote blickt genau auf die modernen, „sauberen“ Waren in den Supermarktregalen und findet rasch Belege dafür, dass Lebensmittel und andere Produkte noch lange nicht grün sind, nur weil ihre Verpackungen so angestrichen wurden. Er glaubt Konzernen kein Wort, wenn sie versprechen, dass sich die Welt mit dem Kauf ihrer Waren retten ließe. Gemeinsam mit der Journalistin und Autorin Kathrin Hartmann („Aus kontrolliertem Raubbau“) beleuchtet Boote kritisch das „Greenwashing“, also das Bemühen von Konzernen, ihr schmutziges Kerngeschäft hinter schönen Öko- und Sozialversprechen zu verstecken, während jenseits der grünen Scheinwelt die Zerstörung rapide fortschreitet.

Sicher kein schöner, aber ein aufrüttelnder Film, der zu Diskussionen und zum Nachdenken und Nachfragen anregt.

Wer sich eingehender mit dem Thema befassen möchte, kann das mit dem gleichlautenden Buch „Die grüne Lüge“ von Kathrin Hartmann tun. Es ist im Bestand der Stadtbibliothek und kann dort entliehen werden.

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Cashewkerne – eine wertvolle Knabberei

 

Ob natur, geröstet und gesalzen oder mit Chili gewürzt – Cashewkerne sind eine beliebte Knabberei. Aber woher stammen die Cashews eigentlich und warum sind sie so teuer?

Cashews sind die Fruchtkerne des tropischen Kaschubaumes. Sie werden aus verschiedenen afrikanischen und asiatischen Ländern importiert. Die Cashews unseres Hauptimporteurs Welt Partner stammen aus Burkina Faso. Der Cashewkern, der von einer harten Schale umgeben ist, ist das Anhängsel des Cashewapfels, aus dem Saft oder Marmelade hergestellt werden kann. Die reifen Cashewkerne fallen zu Boden, werden aufgesammelt, getrocknet und meist von Hand geknackt, da die Kerne sehr leicht brechen. Viele Arbeitsschritte und viel Handarbeit bedingen einen relativ hohen Preis für ein hochwertiges und gesundes Produkt. Cashewkerne enthalten weniger Fett, aber mehr Kohlenhydrate als die meisten Nüsse und dazu viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Magnesium, Eisen, Kupfer und Zink. Cashews in Bio-Qualität und aus Fairem Handel gibt es im Weltladen, Stuttgarter Str. 12.

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Vier Tage Kinderkulturkarawane - ein Stück  Peru in Herrenberg

Sieben Jugendliche aus Villa El Salvador bei Lima waren mit ihren zwei Begleiterinnen im Rahmen der Kinderkulturkarawane in Herrenberg zu Gast. Neben einem Besuch in einer 10. Klasse des SGH, in dem über die Hintergründe der ehemaligen Slum Siedlung am Rand der Atacama Wüste und deren Entwicklung zur Großstadt mit ihren Müll-, Klima- und Sozialproblemen  berichtet wurde, führte die Gruppe Arena y esteras dort auch einen Artistik- und Tanzworkshop durch, an dem mehr als 30 SchülerInnen teilnahmen. 

Die Aufführung am Abend im Evangelischen Gemeindehaus entführte die 130 ZuschauerInnen dann  für eine Stunde  in eine andere Welt: die Legende von Oshi und Bari, Mond und Sonne, war  ein Augenschmaus! Mit schönen Kostümen, Szenen und Artistik begeisterten  die Jugendlichen Darsteller ihr Publikum und schufen ein Gefühl für die Peruanische Kultur und Tradition. Die entstandenen Begegnungen, der Austausch unter den Jugendlichen wie auch nach der Aufführung  und die Gespräche und Erlebnisse in den Gastfamilien waren intensiv und hoch interessant. Der direkte Kontakt ermöglicht eine emotionale Beteiligung und Wissen über die jeweiligen  Lebenssituationen und Probleme des Alltags, die kein Zeitungs- oder TV Bericht  vermitteln kann. „Jedes Kind hat eine Recht auf ein Lächeln“ ist die Botschaft, die das Projekt Arena y Esteras tagtäglich umzusetzen versucht. Die Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben dort eine Heimat gefunden, in der  Bildung, Zukunftsperspektiven und Visionen von einer besseren Welt weitergegeben werden. Gemütliches Beisammensein am Samstag, Besuch der Stadt und der Herbstschau, Abenteuer im Waldseilgarten und eine ausgelassene Tanzparty am Abend machten am Sonntag den Abschied schwer. Alles in allem war der Aufenthalt der Kinderkulturkarawane-Gruppe ein überzeugendes Beispiel, das Zusammensein und Solidarität über Kontinente und Grenzen hinweg gar nicht so schwer ist und jeder davon in einer sehr verbindenden und Mut machenden  Weise davon profitieren kann! Ein herzliches Dankeschön an die fantastischen Gastfamilien, die Unterstützung durch die Stabi, das Kuca Team , die  Lokale Agenda und den Projektepool der Stadt Herrenberg, die die Durchführung und Finanzierung  des Besuches erst ermöglicht haben!

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Fairplay in der Bundesliga!

Was für eine gute Nachricht - die Fußball Bundesliga spielt in Zukunft mit Fairtrade zertifizierten Bällen!

Egal wo auf der Welt Fußball, Volleyball, Basketball oder Rugby gespielt wird, die meisten Menschen wissen nichts über den Hauptdarsteller jedes Spiels – den Ball. Viele Bälle sind handgemacht, oft von Leuten mit langen Arbeitszeiten und schlechten Arbeitsbedingungen. Handgefertigte Fußbälle werden überwiegend in Pakistan produziert. Ungefähr 40 Millionen handgefertigte Bälle, zu Weltmeisterschaften bis zu 60 Millionen, werden in der ärmlichen Region Sialkot, im Norden des Landes, hergestellt. Insgesamt sind ca. 40.000 Menschen in Pakistan in der Fußball-Industrie tätig.

Dabei ist es üblich, dass Näherinnen und Näher nicht pro Stunde, sondern pro Ball bezahlt werden. Unbezahlte Überstunden sind an der Tagesordnung und die Gehälter liegen meist weit unter den gesetzlichen Mindestlöhnen.

Um von der Fußballproduktion leben zu können, arbeiten viele Näher das Wochenende durch - bis zu 12 Stunden pro Tag. Aus Armut werden die Eltern gezwungen, auch ihre Kinder arbeiten zu lassen, um das Familien-Einkommen zu steigern. Kinderarbeit in der Fertigung von handgemachten Sportbällen ist verbreitet. Durch mangelnde Schulbildung ist der Weg aus der Armut schwer.

Doch nun gibt es einen Lichtblick in der Profiliga! Die Firma Derbystar aus dem niederrheinischen Goch liefert in der kommenden Saison Fairtrade zertifizierte Bälle  für die 1. und 2. Bundesliga. War deren Produktion seit den 60ger Jahren ursprünglich in Deutschland und Ungarn, verlagerte die Firma ihre Fertigung zunehmend nach Pakistan, wo heute täglich zwischen 2.000-2.500 Bälle von Hand für sie genäht werden. Neben der besonderen Qualität hebt Derbystar hervor, dass ihr Engagement über den Platz hinausgeht: „Ein besonderer Qualitätsbeweis für unsere Produkte ist aber auch unser soziales Engagement. Seit dem Jahr 2005 ist DERBYSTAR, als damals einziger namhafter Ballhersteller, Fairtrade-Lizenzpartner. Im Rahmen dessen wurde die Produktionsstätte in Pakistan durch die FLO (Fairtrade Labour Organisation) zertifiziert und für gut befunden.“ Derbystar produziert seine Bälle in Sialkot in Pakistan. Um die Grundsätze der fairen Ballproduktion vor Ort zu gewährleisten, werden faire Löhne gezahlt und es wurde eine Arbeitervertretung eingerichtet, die das Mitspracherecht der Arbeiter sichern soll. Durch Fairtrade erhalten Näherinnen und Näher bessere Arbeitsbedingungen für ihre mühevolle Handarbeit. Für die Fußballproduzentinnen und- produzenten gilt der Fairtrade Hired Labour Standard, der voraussetzt, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter mindestens den nationalen Mindestlohn erhalten. Zudem erfordern die Fairtrade Standards, dass die Arbeitsbedingungen und Löhne kontinuierlich verbessert werden.

Besonders Frauen profitieren von den Fairtrade-Standards. Die Standards verbieten die Diskriminierung von Frauen und schreiben vor, dass die Arbeitgeber darauf achten müssen, dass die Arbeitsbedingungen in Fabriken beziehungsweise Nähzentren speziell auch für die Bedürfnisse von Frauen angemessen sind. Zudem ist ausbeuterische Kinderarbeit verboten. Hierzu wurde die in Pakistan sehr verbreitete Heimarbeit verboten, damit sichergestellt werden kann, dass keine Kinder an den Bällen arbeiten. Hierzu wurden für die Arbeiter leicht erreichbare Nähzentren mit angemessenen Arbeitsbedingungen eingerichtet. Die Fairtrade-Prämie ermöglicht es den Angestellten in gemeinsame Projekte zu investieren, die die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen vor Ort verbessern. In Sialkot haben die Arbeiter die Prämie beispielsweise in Busse investiert, um Arbeiterinnen und Arbeiter zur Fabrik und wieder nach Hause fahren. Außerdem wurden Bücher und Schultaschen für Kinder gekauft und Trinkwasser-Systeme angelegt.

Verbindliche Sozialstandards, feste Mindestpreise sowie Prämien für Gemeinschaftsprojekte unterstützen bereits mehr als 1,6 Millionen Menschen auf ihrem Weg aus der Armut. Produkte, die das Fairtrade-Siegel tragen, stehen für stabile Einkommen und eine Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Durch die Fairtrade-Prämie werden Projekte in den Produktionsländern finanziert, die eine nachhaltige Verbesserung der Lebensverhältnisse und der Zukunftschancen fördern. Es werden zum Beispiel Schulen finanziert oder Filteranlagen eingerichtet, welche die Trinkwasserversorgung der Menschen sichern. Von FAIRTRADE profitieren heute schon über eine Million Familien in über 50 Ländern in Südamerika, Afrika und Asien. Wenn das kein gutes Zeichen ist!

 

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Fairer Kaffee im Aufwind

 

2017 verzeichnete der Absatz von fair gehandeltem Kaffee gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 8 %. Im Vergleich zu 2010 hat sich der Absatz fast verdreifacht. Gemessen am Gesamtabsatz von Röstkaffee in Deutschland liegt der Marktanteil von fair gehandeltem Kaffee jedoch nur bei 4,8 %.

Kaffeeproduzent*innen, zumeist Kleinbäuer*innen, sind besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Unberechenbare Niederschläge erschweren die Anbaubedingungen und bringen Ertragsverluste. Trotz sinkender realer Einkommen müssen sie dringende Investitionen in die Zukunft schultern, um für sich und ihre Familien eine Perspektive im Kaffeeanbau zu behalten. Im Fairen Handel erhalten die Produzent*innen Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel und profitieren von zuverlässigen und fairen Handelspartnerschaften. Eine Möglichkeit zur Förderung fairen Kaffeekonsums sind steuerliche Anreize, wie sie Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im April 2018 forderte. (Quelle: forum-fairer-handel.de)

Kaffee war das erste Lebensmittel, das vor über 40 Jahren von der Weltladenbewegung angeboten wurde. Aus dem Indio-Kaffee von damals ist längst ein vielfältiges Angebot an Kaffees aus verschiedenen Ländern geworden. Der Weltladen in der Stuttgarter Straße hält viele Spezialitäten bereit, aus Burundi, Kamerun, Ägypten oder Südamerika, als Bohne, Pad oder gemahlen.

Das Weltladen-Team berät Sie gerne!

 

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Bio Café Orgánico

Im Dezember 2017 wurden in Düsseldorf von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis Unternehmen, Kommunen, Marken und Produkte für nachhaltige Spitzenleistungen ausgezeichnet.

Dieser Preis wird seit 10 Jahren verliehen und erfreut sich immer größer werdender Beachtung und Wertschätzung in Unternehmenskreisen und bei Kommunen, signalisiert er doch das steigende Interesse an Nachhaltigkeit, Schutz des Lebensraumes und letztendlich an der Bewahrung der Schöpfung.

Für uns als Mitstreiter für diese inzwischen für die Natur überlebensnotwendigen Ziele ist es sehr erfreulich, wenn ein Produkt, das wir auch im Eine Welt Laden Mayen erfolgreich verkaufen, nunmehr mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde:

Der GEPA Bio Café Orgánico

Grund genug, den preisgekrönten Kaffee kurz vorzustellen:

Die Ursprünge finden sich in Mittel- und Südamerika und hier speziell Mexiko, Peru und Bolivien. Dort haben Kleinbauern mit dem Anbau dieser Kaffeesorte begonnen und haben deshalb auch einen großen Anteil an dem Erfolg dieses schmackhaften Kaffees. Er ist zudem der erste fair gehandelte Kaffee der Welt. Der Anbau der erstklassigen Arabica Bohnen erfolgt selbstverständlich ökologisch, die Veredelung durch schonende Langzeitröstung. Wichtig bei der Zubereitung des Kaffees sind zum Einen die Wasserqualität und zum Anderen die Dosierung - also die Menge des zugegebenen Kaffeepulvers. So kann jeder seine Lieblingsgeschmacksrichtung weitgehend selbst beeinflussen. Und vom Orgánico benötigt man eher weniger als mehr für einen aromatischen Kaffeegenuss. Probieren geht aber bekanntlich über studieren.

Im Welt Laden gibt es den Bio Café Organico als ganze Bohne und gemahlen.

 

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Mangoprodukte mit sozialpolitischem Hintergrund –

Lohnenswerter Kampf für die Kinderrechte auf den Philippinen

Morddrohungen und andere Anfeindungen sind für Pater Shay Cullen fast Alltag- und das seit vielen Jahren. Ob als verdeckter Ermittler in Bars, Bordellen und Gefängnissen  auf den Philippinen, ob als scharfer Kritiker westlicher Reiseveranstalter und der philippinischen Regierung oder als Zeuge gegen Sextouristen vor Gericht: immer wieder eckt der aus Irland stammende Ordensmann an und sorgt weltweit für Furore. Nun wurde der 74 jährige vor drei Monaten einmal mehr ausgezeichnet: für seinen jahrzehntelangen unermüdlichen Kampf für Kinderrechte erhielt er die Martin Buber Plakette. Cullen gilt als Mitinitiator der UN Kinderrechtskonvention und wurde mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Er erhielt in Deutschland u.a. den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar und den Shalompreis an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seit vielen Jahren ist er im fairen Handel bekannt. Der Großteil der fairen Mangos und Mangoprodukte bei GEPA, el puente und dwp stammen aus den Preda Projekten Shay Cullens!

Die Preda-Stiftung (Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance) wurde 1974 von dem irischen Priester und Menschenrechtspreisträger Pater Shay Cullen zusammen mit dem philippinischen Ehepaar Hermoso gegründet. Der Sitz der Stiftung, am Rand der Hafenstadt Olongapo auf der philippinischen Hauptinsel Luzon, ist bis heute Anlaufstelle und Therapiezentrum für sexuell missbrauchte sowie ehemalige, inhaftierte Kinder. Die erfolgreiche, internationale Menschenrechts- und Kampagnenarbeit von Preda findet seit Jahrzehnten weltweit große Beachtung. Der Faire Handel mit Mangos hat sich in dieser Situation zu einem wirksamen Instrument gegen Armut und Landflucht entwickelt. Durch den Fairen Handel von Preda und dwp wird hunderten von Kleinbauernfamilien ein gesichertes und höheres Einkommen ermöglicht. Neben Therapieangeboten, Sozialarbeit, juristischer Verfolgung der Täter bis in die Ursprungsländer, Vorbereitung von Gesetzesinitiativen, Bildungs- und Bewusstseinsarbeit, einer umfangreichen Jugendarbeit u.v.m. spielt der Faire Handel mit Mangos in der Prävention eine zentrale Rolle. Um Kinderprostitution als eine Folge ex-tremer Armut zu verhindern schafft Preda mit Hilfe des Fairen Handels verbesserte Einkommen auf dem Land. Landflucht, mit der oftmals ein schlimmer Armutskreislauf beginnt und die Familien in die Slums von Städten wie Manila treibt, kann damit vermieden werden. Stattdessen bieten der Faire Handel von Preda und dwp neue Perspektiven für die ländliche Bevölkerung.

Die stetig steigende Abnahme immer größerer Mengen an fair gehandelten Mangos durch dwp und den nachfolgenden Importeuren brachte ein bestehendes Kartell, das lange Jahre die Erzeugerpreise für Mangos künstlich niedrig hielt, zum Erliegen. Das Engagement des Fairen Mango-Handels, mit dwp als Pionier, konnte somit die Erntepreise für tausende von Mangobauern erhöhen- unabhängig ob diese an Fairhandelspartner wie dwp oder an rein kommerzielle Verarbeiter und Händler liefern; ­ein toller volkswirtschaftlicher Erfolg. Einen Teil der Erlöse aus dem Fairen Handel verwendet Preda als wichtige finanzielle Grundlage für ihre umfangreichen Sozialprogramme und Menschenrechtsarbeit.

 Der Weltladen in der Stuttgarter Straße  bietet aus dem Sortiment des Preda Projektes  leckere getrocknete Mangos, Mangoschnitze in Sirup, Mangobalsamessig, Mangofruchtsoße, Mangochutneys  und Mangolikör an. Probieren lohnt sich!

 

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Bananen im Test: „Fair gewinnt“

 

Weltladen-Bananen schneiden bei Öko-Test sehr gut ab

 

„Fair gewinnt“ lautet das Ergebnis des Tests an Bananen, den die Zeitschrift Öko-Test in ihrer Januar-Ausgabe veröffentlicht hat. Getestet wurden konventionell erzeugte und Biobananen, gekauft in Supermärkten, Discountern, Bioläden und Weltläden. Bananen gelten als „Pestizid-Weltmeister“, daher wurden die Früchte einer umfangreichen Analyse auf mehr als 600 Pestizide unterzogen. Unter dem Pestizid-Einsatz leiden nicht nur die Konsumenten, sondern vor allem die Gesundheit der Beschäftigten auf den Bananenplantagen. Bei den konventionell angebauten Bananen stießen die Prüfer bei allen untersuchten Proben auf deutliche bis sehr starke Pestizidbelastungen. Erfreulich gut schnitten die Biobananen ab: hier wurden keine gesundheitsgefährdenden Pestizide gefunden. Neben der Untersuchung der Inhaltsstoffe berücksichtigt der Test auch die Transparenz der Produktion, die Einhaltung von Arbeitsrechten, die Entlohnung  der Arbeiter und ob diese Bedingungen auch durch entsprechende Zertifikate nachgewiesen werden können. Der Fairtrade-Standard setzt sich besonders für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Handelsbeziehungen ein. Zu den Testsiegern, die mit dem Gesamturteil „sehr gut“ bewertet wurden, gehören die Bananen von BanaFair, die der Herrenberger Weltladen anbietet. BanaFair-Bananen wachsen in Ecuador, werden nicht in Monokulturen angebaut und sind Fairtrade und Naturland Fair zertifiziert.

„Wenn die Supermärkte die Bananenproduktion wirklich verbessern wollen, dann müssen sie ausschließlich faire Bio-Bananen anbieten, die für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und umweltverträgliche Anbaumethoden stehen.“, so das Fazit von Öko-Test.

 

 

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Selfies für den Fairen Handel

 

„Eins mit dem fairen Handel“ war das Motto einer Aktion, die auf der Stuttgarter Messe „Fair Handeln“ viele Blicke auf sich zog. Besucherinnen und Besucher konnten sich vor einer bunten Wand sozusagen für den Fairen Handel positionieren und dies durch ein „Selfie“ dokumentieren. Auch Staatssekretärin Theresa Schopper machte bei der Aktion mit. Verantwortlich für diese Werbeaktion für die Ideale des Fairen Handels war der DEAB, der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V., einem Verein mit 154 Mitgliedern, darunter viele Weltläden. Auch der Herrenberger Weltladen ist Mitglied im DEAB, in dessen Satzung zu lesen ist:

„Wir arbeiten in Baden-Württemberg dafür, dass sich viele Menschen von einer Vision weltweiter Gerechtigkeit leiten lassen und so leben, wirtschaften und Politik machen, dass Menschen in allen Teilen der Erde ein menschenwürdiges Leben haben“. Der Dachverband informiert, berät, vernetzt, bietet Weiterbildung an und vertritt die Anliegen seiner Mitglieder gegenüber Politik und Gesellschaft. Er ist Ansprechpartner für alle Fragen, Anliegen und Themen im Bereich Eine Welt und Entwicklungspolitik. Das Engagement für den Fairen Handel als Instrument der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Verbandes. Weitere Themen, zu denen der DEAB arbeitet und gehört wird, sind die nachhaltige Beschaffung im öffentlichen Bereich, nachhaltiger Konsum, globales Lernen, Interkulturelle Öffnung. Nicht zuletzt wirkt der Dachverband Entwicklungspolitik informierend, beratend und fordernd auf die Landespolitik ein, wenn es um entwicklungspolitisch relevante Themen geht.

Bei Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind immer neue Ideen gefragt, die Selfie-Aktion ist ein gutes Beispiel dafür.

 

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Fairer Handel wirkt!

Sehr schöne, handgefertigte Schmuckstücke aus Indien bietet der Weltladen in Herrenberg an. Sie werden von Familien wie der von Sana hergestellt, von der die Fairhandelsorganisation Kalakosh eine Mut machende Geschichte berichtet:  Sana ist die älteste Tochter von Naseem, einem Kunsthandwerker aus Alt-Delhi. Seit Generationen stellt ihre Familie traditionellen Schmuck her. Aber ihrer Familie ging es finanziell sehr schlecht, weil die Zwischenhändler, die Naseem den Schmuck abkauften, nicht rechtzeitig oder gar nicht bezahlten.

Im Jahr 2009 erfuhr Sana über das Internet vom Konzept des fairen Handels. Sie schrieb daraufhin dem indischen Partner von Kalakosh, SETU, eine E-Mail mit der Bitte um Hilfe (Wortlaut: “When we seen your website we feeling there is someone in the world who can take care people like us.”). Kurze Zeit später besuchte SETU Sanas Familie und entschied sich, sie und ihre Gemeinde zu unterstützen und zu fördern.

Durch den Anstoß von Sana arbeiten mittlerweile mehrere Familien aus Alt-Delhi und aus ländlichen Gemeinden zusammen, um Schmuck für SETU herzustellen. Sana studiert jetzt BWL an der Universität. Sie ist die erste aus ihrer Familie und ihrer Gemeinschaft, die eine akademische Ausbildung macht.

Das Beispiel von Sana zeigt sehr schön, welchen Einfluss der faire Handel auf das Leben der Menschen hat: Mehr als 350 Kunsthandwerker/-innen erhalten nun einen fairen Lohn unter guten Arbeitsbedingungen und die Kinder dieser Menschen haben nun bessere Bildungsperspektiven.

 

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