Die Macht des Konsumenten –
Illusion oder einflussreiche Kraft ?

 

Die Weltwirtschaft steht in den letzten Jahren wegen dem immensen Verbrauch von Rohstoffen unter beständiger Kritik durch Nichtregierungsorganisationen und Initiativen.

Von einer „nachhaltigen Gesellschaft“ sind die Wohlstandsländer, so Kritiker, noch weit entfernt.

 
Der Konsument habe jedoch die Möglichkeit, das wirtschaftliche System zum Besseren zu verändern – eine Macht, derer er sich noch nicht ausreichend bewusst ist.

… Ohne Intervention handelt der Markt, der immer noch kapitalistisch und daher auf stetigen Wachstum eingestellt ist, nur selten ökologisch und moralisch.


Ob Arbeitnehmer angemessen behandelt werden oder ob die Produktion eines bestimmten Gutes Umwelt oder Gesundheit gefährden, muss kontrolliert werden.


Den nötigen Einfluss auf all diese Faktoren haben jedoch nicht nur die Politik oder die Konzerne selbst, sondern
allen voran die Konsumenten:

 

Mit ihren Kaufentscheidungen sind sie heute in der Lage, nicht nur auf den Markt zu reagieren, sondern diesen mitzubestimmen….

 

aus https://uni.de/redaktion/macht-des-konsumenten

 

  Was ist dran an der
              Macht der KonsumentInnen?

 

Was:    Vortrag mit Johannes Schorling (INKOTA-netzwerk)

Wann:  Dienstag, 15. Mai 2018, 19 Uhr   Wo: im Klosterhof Herrenberg, Bronngasse 13

 

Die meisten Menschen in Deutschland lieben Schokolade. Doch der süße Genuss hat eine bittere Kehrseite: Hunger, Armut und missbräuchliche Kinderarbeit gehören zum Alltag in den Kakao-anbauregionen in Westafrika.

 

Aber können VerbraucherInnen mit ihrem Protest überhaupt etwas bewirken? Was ist dran an der „Macht der KonsumentInnen“? Welche Chancen bietet der Faire Handel als eine Alternative zum konventionellen Handel – und wo liegen seine Grenzen?
Und was denken eigentlich die Kakaobauern und -bäuerinnen über Protestaktionen in Europa?


Johannes Schorling vom INKOTA-Netzwerk berichtet über die Lebenssituation von Kakao-bauernfamilien, stellt die Kampagne Make Chocolate Fair! vor und diskutiert, welche Möglichkeiten Menschen in Deutschland haben, sich für eine faire Kakao- und Schokoladenproduktion einzusetzen.

 

Eine Veranstaltung von Partnerschaft Dritte Welt e.V. mit Weltladen, Herrenberg

 

Herzliche Einladung !

 


 

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Frühjahrsmode – chic und fair

 

Der Frühling ist da, Zeit, die dicken Wintersachen wegzupacken und sich das eine oder andere neue chice sommerliche Outfit zuzulegen. Wer wie beim Kauf von Lebensmitteln auch beim Kleiderkauf auf faire Herstellungsbedingungen achten will, muss sich ein wenig Mühe machen, hat aber inzwischen durchaus die Chance, Fairtrade-Mode im Angebot der ganz normalen Geschäfte zu finden.

Der Verein Femnet e.V., der sich auf breiter Ebene für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Arbeiterinnen in der globalen Textilindustrie engagiert, hat ein paar einfache Tipps parat: Kaufen Sie weniger und dafür qualitativ hochwertige, langlebige Kleidung. Kaufen Sie Second- Hand-Kleidung. Kaufen Sie fair und ökologisch produzierte Kleidung und achten Sie auf die Siegel! Dabei reicht es, so Femnet, sich die drei wichtigsten unabhängigen Siegel einzuprägen, das GOTS-Siegel, das Fairtrade-Siegel und das Siegel der Fair Wear Foundation. Die Siegel haben unterschiedliche Schwerpunkte, das GOTS-Siegel setzt den Schwerpunkt auf die Umweltstandards bei Anbau und Produktion, während das Siegel der Fair Wear Foundation vor allem soziale Kriterien im Fokus hat und Unternehmen für ihre gesamte Produktionskette beurteilt. Alle drei Siegel bieten eine gute Orientierungshilfe bei der Suche nach öko-fairen Textilien.

Weitere Informationen finden Sie z.B. auf der Seite www.femnet-ev.de.

 

 

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Bio Café Orgánico

Im Dezember 2017 wurden in Düsseldorf von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis Unternehmen, Kommunen, Marken und Produkte für nachhaltige Spitzenleistungen ausgezeichnet.

Dieser Preis wird seit 10 Jahren verliehen und erfreut sich immer größer werdender Beachtung und Wertschätzung in Unternehmenskreisen und bei Kommunen, signalisiert er doch das steigende Interesse an Nachhaltigkeit, Schutz des Lebensraumes und letztendlich an der Bewahrung der Schöpfung.

Für uns als Mitstreiter für diese inzwischen für die Natur überlebensnotwendigen Ziele ist es sehr erfreulich, wenn ein Produkt, das wir auch im Eine Welt Laden Mayen erfolgreich verkaufen, nunmehr mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde:

Der GEPA Bio Café Orgánico

Grund genug, den preisgekrönten Kaffee kurz vorzustellen:

Die Ursprünge finden sich in Mittel- und Südamerika und hier speziell Mexiko, Peru und Bolivien. Dort haben Kleinbauern mit dem Anbau dieser Kaffeesorte begonnen und haben deshalb auch einen großen Anteil an dem Erfolg dieses schmackhaften Kaffees. Er ist zudem der erste fair gehandelte Kaffee der Welt. Der Anbau der erstklassigen Arabica Bohnen erfolgt selbstverständlich ökologisch, die Veredelung durch schonende Langzeitröstung. Wichtig bei der Zubereitung des Kaffees sind zum Einen die Wasserqualität und zum Anderen die Dosierung - also die Menge des zugegebenen Kaffeepulvers. So kann jeder seine Lieblingsgeschmacksrichtung weitgehend selbst beeinflussen. Und vom Orgánico benötigt man eher weniger als mehr für einen aromatischen Kaffeegenuss. Probieren geht aber bekanntlich über studieren.

Im Welt Laden gibt es den Bio Café Organico als ganze Bohne und gemahlen.

 

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Mangoprodukte mit sozialpolitischem Hintergrund –

Lohnenswerter Kampf für die Kinderrechte auf den Philippinen

Morddrohungen und andere Anfeindungen sind für Pater Shay Cullen fast Alltag- und das seit vielen Jahren. Ob als verdeckter Ermittler in Bars, Bordellen und Gefängnissen  auf den Philippinen, ob als scharfer Kritiker westlicher Reiseveranstalter und der philippinischen Regierung oder als Zeuge gegen Sextouristen vor Gericht: immer wieder eckt der aus Irland stammende Ordensmann an und sorgt weltweit für Furore. Nun wurde der 74 jährige vor drei Monaten einmal mehr ausgezeichnet: für seinen jahrzehntelangen unermüdlichen Kampf für Kinderrechte erhielt er die Martin Buber Plakette. Cullen gilt als Mitinitiator der UN Kinderrechtskonvention und wurde mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Er erhielt in Deutschland u.a. den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar und den Shalompreis an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seit vielen Jahren ist er im fairen Handel bekannt. Der Großteil der fairen Mangos und Mangoprodukte bei GEPA, el puente und dwp stammen aus den Preda Projekten Shay Cullens!

Die Preda-Stiftung (Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance) wurde 1974 von dem irischen Priester und Menschenrechtspreisträger Pater Shay Cullen zusammen mit dem philippinischen Ehepaar Hermoso gegründet. Der Sitz der Stiftung, am Rand der Hafenstadt Olongapo auf der philippinischen Hauptinsel Luzon, ist bis heute Anlaufstelle und Therapiezentrum für sexuell missbrauchte sowie ehemalige, inhaftierte Kinder. Die erfolgreiche, internationale Menschenrechts- und Kampagnenarbeit von Preda findet seit Jahrzehnten weltweit große Beachtung. Der Faire Handel mit Mangos hat sich in dieser Situation zu einem wirksamen Instrument gegen Armut und Landflucht entwickelt. Durch den Fairen Handel von Preda und dwp wird hunderten von Kleinbauernfamilien ein gesichertes und höheres Einkommen ermöglicht. Neben Therapieangeboten, Sozialarbeit, juristischer Verfolgung der Täter bis in die Ursprungsländer, Vorbereitung von Gesetzesinitiativen, Bildungs- und Bewusstseinsarbeit, einer umfangreichen Jugendarbeit u.v.m. spielt der Faire Handel mit Mangos in der Prävention eine zentrale Rolle. Um Kinderprostitution als eine Folge ex-tremer Armut zu verhindern schafft Preda mit Hilfe des Fairen Handels verbesserte Einkommen auf dem Land. Landflucht, mit der oftmals ein schlimmer Armutskreislauf beginnt und die Familien in die Slums von Städten wie Manila treibt, kann damit vermieden werden. Stattdessen bieten der Faire Handel von Preda und dwp neue Perspektiven für die ländliche Bevölkerung.

Die stetig steigende Abnahme immer größerer Mengen an fair gehandelten Mangos durch dwp und den nachfolgenden Importeuren brachte ein bestehendes Kartell, das lange Jahre die Erzeugerpreise für Mangos künstlich niedrig hielt, zum Erliegen. Das Engagement des Fairen Mango-Handels, mit dwp als Pionier, konnte somit die Erntepreise für tausende von Mangobauern erhöhen- unabhängig ob diese an Fairhandelspartner wie dwp oder an rein kommerzielle Verarbeiter und Händler liefern; ­ein toller volkswirtschaftlicher Erfolg. Einen Teil der Erlöse aus dem Fairen Handel verwendet Preda als wichtige finanzielle Grundlage für ihre umfangreichen Sozialprogramme und Menschenrechtsarbeit.

 Der Weltladen in der Stuttgarter Straße  bietet aus dem Sortiment des Preda Projektes  leckere getrocknete Mangos, Mangoschnitze in Sirup, Mangobalsamessig, Mangofruchtsoße, Mangochutneys  und Mangolikör an. Probieren lohnt sich!

 

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Bananen im Test: „Fair gewinnt“

 

Weltladen-Bananen schneiden bei Öko-Test sehr gut ab

 

„Fair gewinnt“ lautet das Ergebnis des Tests an Bananen, den die Zeitschrift Öko-Test in ihrer Januar-Ausgabe veröffentlicht hat. Getestet wurden konventionell erzeugte und Biobananen, gekauft in Supermärkten, Discountern, Bioläden und Weltläden. Bananen gelten als „Pestizid-Weltmeister“, daher wurden die Früchte einer umfangreichen Analyse auf mehr als 600 Pestizide unterzogen. Unter dem Pestizid-Einsatz leiden nicht nur die Konsumenten, sondern vor allem die Gesundheit der Beschäftigten auf den Bananenplantagen. Bei den konventionell angebauten Bananen stießen die Prüfer bei allen untersuchten Proben auf deutliche bis sehr starke Pestizidbelastungen. Erfreulich gut schnitten die Biobananen ab: hier wurden keine gesundheitsgefährdenden Pestizide gefunden. Neben der Untersuchung der Inhaltsstoffe berücksichtigt der Test auch die Transparenz der Produktion, die Einhaltung von Arbeitsrechten, die Entlohnung  der Arbeiter und ob diese Bedingungen auch durch entsprechende Zertifikate nachgewiesen werden können. Der Fairtrade-Standard setzt sich besonders für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Handelsbeziehungen ein. Zu den Testsiegern, die mit dem Gesamturteil „sehr gut“ bewertet wurden, gehören die Bananen von BanaFair, die der Herrenberger Weltladen anbietet. BanaFair-Bananen wachsen in Ecuador, werden nicht in Monokulturen angebaut und sind Fairtrade und Naturland Fair zertifiziert.

„Wenn die Supermärkte die Bananenproduktion wirklich verbessern wollen, dann müssen sie ausschließlich faire Bio-Bananen anbieten, die für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und umweltverträgliche Anbaumethoden stehen.“, so das Fazit von Öko-Test.

 

 

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Selfies für den Fairen Handel

 

„Eins mit dem fairen Handel“ war das Motto einer Aktion, die auf der Stuttgarter Messe „Fair Handeln“ viele Blicke auf sich zog. Besucherinnen und Besucher konnten sich vor einer bunten Wand sozusagen für den Fairen Handel positionieren und dies durch ein „Selfie“ dokumentieren. Auch Staatssekretärin Theresa Schopper machte bei der Aktion mit. Verantwortlich für diese Werbeaktion für die Ideale des Fairen Handels war der DEAB, der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V., einem Verein mit 154 Mitgliedern, darunter viele Weltläden. Auch der Herrenberger Weltladen ist Mitglied im DEAB, in dessen Satzung zu lesen ist:

„Wir arbeiten in Baden-Württemberg dafür, dass sich viele Menschen von einer Vision weltweiter Gerechtigkeit leiten lassen und so leben, wirtschaften und Politik machen, dass Menschen in allen Teilen der Erde ein menschenwürdiges Leben haben“. Der Dachverband informiert, berät, vernetzt, bietet Weiterbildung an und vertritt die Anliegen seiner Mitglieder gegenüber Politik und Gesellschaft. Er ist Ansprechpartner für alle Fragen, Anliegen und Themen im Bereich Eine Welt und Entwicklungspolitik. Das Engagement für den Fairen Handel als Instrument der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Verbandes. Weitere Themen, zu denen der DEAB arbeitet und gehört wird, sind die nachhaltige Beschaffung im öffentlichen Bereich, nachhaltiger Konsum, globales Lernen, Interkulturelle Öffnung. Nicht zuletzt wirkt der Dachverband Entwicklungspolitik informierend, beratend und fordernd auf die Landespolitik ein, wenn es um entwicklungspolitisch relevante Themen geht.

Bei Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind immer neue Ideen gefragt, die Selfie-Aktion ist ein gutes Beispiel dafür.

 

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Fairer Handel wirkt!

Sehr schöne, handgefertigte Schmuckstücke aus Indien bietet der Weltladen in Herrenberg an. Sie werden von Familien wie der von Sana hergestellt, von der die Fairhandelsorganisation Kalakosh eine Mut machende Geschichte berichtet:  Sana ist die älteste Tochter von Naseem, einem Kunsthandwerker aus Alt-Delhi. Seit Generationen stellt ihre Familie traditionellen Schmuck her. Aber ihrer Familie ging es finanziell sehr schlecht, weil die Zwischenhändler, die Naseem den Schmuck abkauften, nicht rechtzeitig oder gar nicht bezahlten.

Im Jahr 2009 erfuhr Sana über das Internet vom Konzept des fairen Handels. Sie schrieb daraufhin dem indischen Partner von Kalakosh, SETU, eine E-Mail mit der Bitte um Hilfe (Wortlaut: “When we seen your website we feeling there is someone in the world who can take care people like us.”). Kurze Zeit später besuchte SETU Sanas Familie und entschied sich, sie und ihre Gemeinde zu unterstützen und zu fördern.

Durch den Anstoß von Sana arbeiten mittlerweile mehrere Familien aus Alt-Delhi und aus ländlichen Gemeinden zusammen, um Schmuck für SETU herzustellen. Sana studiert jetzt BWL an der Universität. Sie ist die erste aus ihrer Familie und ihrer Gemeinschaft, die eine akademische Ausbildung macht.

Das Beispiel von Sana zeigt sehr schön, welchen Einfluss der faire Handel auf das Leben der Menschen hat: Mehr als 350 Kunsthandwerker/-innen erhalten nun einen fairen Lohn unter guten Arbeitsbedingungen und die Kinder dieser Menschen haben nun bessere Bildungsperspektiven.

 

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