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Hart getroffen durch Corona

Nicht nur unser Alltag ist durch das Virus durcheinandergewirbelt und teilweise lahmgelegt. In ganz Europa sind Selbstständige, Künstler und viele Arbeitnehmer stark getroffen durch Kurzarbeit, Umsatzeinbußen und Geschäftsschließungen. Schauen wir über unsere europäischen Grenzen hinaus wird eine noch schwierigere Dimension klar. Für unsere Produzent*innen in Fernost, Afrika und Lateinamerika bricht von heute auf morgen die oft einzige Einkommensquelle für die Familie weg und das heißt ganz konkret bald zu hungern...   Die komplette Textilbranche in Fernost arbeitet, wie auch viele andere, im absoluten Krisenmodus - am stärksten trifft es die Näher*innen: in Myanmar, Kambodscha, Indonesien und Bangladesch drohen Fabrikschließungen der Textilbranche in riesigem Ausmaß. Den Näherinnen stehen komplette Lohnausfälle bevor. Bernd Hitzmann, Textilexperte von Inkota, weist in der Tageszeitung taz vom 24. März auf die Gefahr hin, dass alles auf die Lieferkette zurückfällt und bittet Unternehmen und Politik darum, Verantwortung zu übernehmen, damit die am Ende der Kette nicht am stärksten leiden. Auch die jetzige Situation zeige die Notwendigkeit eines Lieferkettengesetzes zu m Schutz der Produzent*innen.

Eine Mitarbeiterin von ASANTE, einem Hilfsprojekt in Kenia, das viele von uns über die gehäkelten Weihnachtsengel kennen, weist darauf hin, das fast alle der Menschen dort keinen Beruf haben und somit kein Einkommen. Sie leben von kleinen Arbeiten hier und da. Und nun sind auch noch ihre Kinder zuhause, die sonst in der Schule Frühstück und Mittagessen bekommen. Eine Katastrophe bahnt sich an. Dies alles gilt auch für die Mütter, die im Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekt „Engel für Afrika“ arbeiten.

„Unsere etwa 75 Mütter, die im Frauenprojekt seit vielen Jahren aufgefangen sind, wurden über Nacht brotlos. Welch treffendes Wort für den Zustand, in dem sie jetzt leben. Etwa zehn Personen teilen sich den Verdienst einer Mitarbeiterin im Frauenprojekt. Und jetzt sitzen diese Mütter mit ihren drei bis fünf Kindern zu Hause. Die Hilfe unserer Schulspeisung kann nicht greifen, die Kinder sind nicht mehr in den Schulen. Die Kinder haben nichts zu essen, weder in der Schule, noch zu Hause. Wir versuchen, die Situation im Frauenprojekt ein wenig zu entschärfen. Die Frauen arbeiten jetzt in kleiner Zahl in den Räumen des geschlossenen Kindergartens. Dort sitzen sie nur jeweils zu fünft in einem Raum und können Abstand halten. Sie dürfen sich nicht anstecken, ganze Großfamilien hängen von ihnen ab. Und so können nicht alle arbeiten, sondern immer nur ein kleiner Teil der Frauen.“  Eine fleißige, begabte Mitarbeiterin im Projekt kann etwa 70 € pro Monat erarbeiten, was für örtliche Verhältnisse ein sehr gutes Einkommen ist. Eine weniger geschickte Häklerin, Näherin, schafft immer noch 40 € pro Monat. Zehn Euro bringt Nahrung für die Familie für etwa eine Woche. Es ist karges Essen, aber es füllt den Magen. Wir bitten Sie um Ihre Hilfe, auch wenn die Zeiten in Deutschland im Moment auch nicht gut sind. Bitte unterstützen Sie die Mütter mit ihren Kindern. Jeder Euro ist Leben – im Moment erhält man dafür noch 2 kg des Hauptnahrungsmittels Ugali  (Mais). Bitte helfen Sie mit einer Spende für Asante e.V. mit dem Spendenvermerk „Corona Soforthilfe“.

                Für Kund*innen,  die unsere Produzent*innen weiterhin durch ihren fairen Einkauf unterstützen  möchten, bieten unsere Lieferpartner Weltpartner Ravensburg und  El Puente die Möglichkeit in ihren Online-shops  zu bestellen und die Ware versandkostenfrei nach Hause geliefert zu bekommen. Der Einkauf wird dem jeweiligen Weltladen gutgeschrieben.  Unter  https://shop.weltpartner.de/herrenberg  oder shop.el-puente.de (hier bitte unter Bestellkommentar „Weltladen Herrenberg“ eintragen)  können sie ihre Bestellung tätigen.

Der Ladenteamtreff am 6.4. muss leider wegen der Situation ausfallen.

Wir hoffen, diese weltweit  schwierige Situation solidarisch zu überstehen uns alle bald wieder in guter Gesundheit  zu sehen!

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Engagement für Menschenrechts- und Umweltschutz entlang der gesamten Wertschöpfungskette

 

Der Verein Partnerschaft 3. Welt e.V. hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, dem Bündnis Initiative Lieferkettengesetz beizutreten. Das Bündnis besteht aus über 90 zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich dafür stark machen, dass in Deutschland ein Gesetz auf den Weg kommt, das Unternehmen dazu verpflichtet, ihren Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Produkts nachzukommen.

Ein Lieferkettengesetz soll vor allem präventiv wirken: „Unternehmen sollten dazu verpflichtet werden, die Risiken für Mensch und Umwelt in ihren Geschäften zu analysieren, diesen vorzubeugen und das öffentlich zu dokumentieren. Verstoßen sie gegen diese Pflichten, muss das Konsequenzen haben: zum Beispiel Bußgelder oder den Ausschluss von öffentlichen Vergabeverfahren“, erläutert Christian Schliemann vom European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in einer Pressemitteilung des Bündnisses. Zudem soll ein solches Gesetz Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen erleichtern, in Deutschland vor Gericht zu ziehen, um auf Wiedergutmachung zu klagen.

Dass ein Lieferkettengesetz benötigt wird, zeigen einige Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit: Der mangelhafte Brandschutz in einer KiK- Zulieferfabrik in Pakistan führt zum Tod von 258 Menschen. Durch den Dammbruch bei einer brasilianischen Eisenerzmine sterben 272 Menschen, obwohl der TÜV Süd Brasilien kurz zuvor die Sicherheit des Damms zertifiziert hat. Vor einer Platin-Mine in Südafrika werden 34 streikende Arbeiter erschossen und BASF macht mit dem Betreiber der Mine weiterhin gute Geschäfte.

Weitere Informationen finden sich unter http://www.lieferkettengesetz.de/www.lieferkettengesetz.de.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchtipp zum Thema Kinderarbeit

Für unsere Mitglieder und alle Interessierten  am Thema Menschenrechte  und Fairer Handel möchten wir auf das gute und umfangreiche Sortiment an Büchern der Stadtbibliothek Herrenberg zu diesen Themen hinweisen. Welch ungeahntes Leid sich hinter unserer Warenwelt verbirgt, erfahren wir beispielsweise im Buch „Kleine Hände- großer Profit“:
Kinderarbeit ist international verboten. Trotzdem schuften Millionen Kinder unter unwürdigsten Bedingungen für Produkte, die bei uns zum Alltag gehören. Sie stellen Teppiche her, fertigen Schmuck oder arbeiten in Steinbrüchen. Sie  sind oft unterernährt, tragen keinerlei Schutzkleidung, sind Umweltgiften ausgesetzt und erhalten keinen Zugang zu Bildung.

Der Kinderarbeitsexperte Benjamin Pütter aus Freiburg reist seit fast 40 Jahren in Länder, in denen Kinderarbeit besonders verbreitet ist, sammelt Beweismaterial  und begleitet Sozialprojekte zur Wiedereingliederung. Manche kennen ihn von seinem Besuch vor einigen Jahren in Herrenberg für einen Vortrag zu den untragbaren Zuständen im Steinhandel  mit Grab- und Natursteinen aus Indien und China. In seinem aktuellen  Buch „Kleine Hände – großer Profit“ (Heyne Verlag) zeigt er die Missstände und deren Hintergründe auf und erläutert die Rolle deutscher Firmen und der Konsumenten. Seit 2015 ist er Berater für Kinderrechte und Kinderarbeit beim Kindermissionswerk Die Sternsinger.

Das Buch ist auszuleihen aus dem Bestand der Stabi Herrenberg.