Der Faire Handel

Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf

  • Dialog,
  • Transparenz und
  • Respekt beruht und nach mehr
  • Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt.


Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen - insbesondere in den Ländern des Südens - leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair-Handels-Organisationen engagieren sich (gemeinsam mit VerbraucherInnen ) für die Unterstützung der ProduzentInnen, die Bewusstseinsbildung, sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels. (Definition der internationalen Netzwerke des Fairen Handels FINE)

Unter dem Stichwort Fairer Handel sind im Internet viele hervorragende Beiträge zu finden.

Viele Fragen und Antworten rund um den Fairen Handel finden Sie hier:

Fragen & Antworten


Der faire Handel setzt sich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der Kleinbauern weltweit ein. Ein Grossteil der Lebensmittel in den Supermärkten stammt aus Entwicklungsländern, die in Industrienationen wie Deutschland oft zu Dumpingpreisen angeboten werden.
Den Preis zahlen die Kleinbauern aus den Anbaugebieten in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Ihre Einnahmen decken oft nicht einmal die Produktionskosten, so dass sie ihre Existenz kaum sichern können.

Der faire Handel zielt auf Armutsbekämpfung und verbessert durch höhere Verkaufpreise die Arbeits- und Lebensbedingungen von Kleinbauern und Arbeitern in den Anbauländern.
So bietet er Lebensperspektiven und verhindert die Landflucht. Gleichzeitig sorgt er für mehr Gerechtigkeit im Welthandel. Deutsche Fairtrade-Importeure unterhalten Handelsbeziehungen zu mehr als 300 Partnerorganisationen. Weltweit arbeiten inzwischen insgesamt 820 Kleinbauernorganisationen und Plantagen unter Fairtrade-Standard.



Poster Keine Almosen2



Hierzu zwei Stimmen aus dem Süden:

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Marco Valle arbeitet in der Kleinbauernorganisation Asociación de Pequeños Productores Bananeros El Guabo in Ecuador, die fair gehandelte Bio-Bananen anbaut.
Es ist toll, wie sich diese Region in den letzten Jahren entwickelt hat, berichtet der Familienvater.
Mit dem zusätzlichen Geld aus dem Fairen Handel konnten wir zum Beispiel zwei Gesundheitszentren bauen und eine kostenlose Gesundheitsvorsorge für unsere Mitglieder einrichten.

Für die Bildung unserer Kinder haben wir mehrere Schulen renoviert oder neu gebaut, sie mit Möbeln und sanitären Anlagen ausgestattet.

Das zusätzliche Einkommen durch den Fairen Handel hat vielen Bauern von El Guabo mittlerweile die Umstellung auf Bio-Anbau ermöglicht.

Früher hatten die Bauern keine Ahnung davon, was sie sich und der Natur mit den vielen Pestiziden und den Brandrodungen angetan haben, erklärt der gelernte Agrarökonom Valle. Mit den Fairhandelsprämien können heute regelmäßige Kurse für die Bauern finanziert werden, in denen sie neue Methoden kennen lernen der Bodenerosion vorzubeugen, die Wasserqualität zu erhalten, die Artenvielfalt zu schützen und vieles mehr. Das war noch vor zehn Jahren undenkbar, freut sich Marco Valle. Es beweist uns, dass der Faire Handel wirkt!



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Gumutindo ist Swahili und heißt so viel wie exzellent’. Damit auch der Kaffee der Kooperative Gumutindo exzellent ist, legen die Bauern rund um die Mount Elgon in Uganda ihr gesamtes Herzblut in die Produktion des Bio-Kaffees. Eine dieser Bäuerinnen ist Justine Watalunga. Justine ist eine beeindruckende Frau.

Die 45-jährige Mutter von sechs Kindern hat zusammen mit ein paar anderen Dorfbewohnern in Eigeninitiative den Bau einer Schule veranlasst. Seit sechs Jahren haben wir jetzt die Schule. Wir finanzieren das so gut es geht selbst. Dabei helfen uns die Zahlungen aus dem Fairen Handel. Von Gumutindo haben wir die Stühle und Tische der Schule sagt Justine.
Wissen Sie, die meisten denken, Bauer zu sein ist eine Strafe. Aber Dank des Fairen Handels ist es das nicht. Ich kann jetzt das Schulgeld bezahlen, ich kann mir Sachen kaufen. Normalerweise ist es so, dass die Mädchen die Schule ziemlich früh verlassen und sich einen Mann zum Heiraten suchen.

Jetzt, wo wir das Schulgeld bezahlen können, kehren die Mädchen zurück in die Schule und machen ihren Abschluss, erzählt Justine. Frauen profitieren enorm vom Fairen Handel. Gleichberechtigung ist jetzt endlich ein Thema ...