Stadtrundgang

Dem fairen Kaffee auf der Spur

Es war ein tolles Erlebnis für die 26 Teilnehmenden, die sich mit Marc Ehrmann von Oikocredit und Martin Petry auf Entdeckungsreise begeben haben. Neben den spannenden Einblicken in die Welt des Kaffees haben sommerliches Wetter, gute Stimmung, interessante Stationen und ein guter Kaffee zum Schluss dazu beigetragen.

Der Ursprung des Kaffees

Der Name Kaffee stammt sehr wahrscheinlich vom Namen der Region „Kaffa“ im Norden Äthiopiens. Von dort gibt es auch allerlei Legenden wie man darauf kam Kaffee zu rösten und zu trinken. Einer Legende nach entdeckte ein Hirte, dessen Ziegen nach dem Verzehr der roten Kaffeekirschen aufgedreht herumsprangen, die Kaffeepflanze.

Er brachte die Kirschen nach Hause wo sie sein Opa kaute. Er fand sie ungenießbar und warf sie in Feuer worauf sich der wunderbare Kaffeeduft im Dorf verbreitete. Mit etwas, das so gut riecht musste doch etwas zu machen sein. Und so wurde experimentiert und das Getränk Kaffee entdeckt. Verbreitet hat sich Kaffee und Kaffeeanbau durch den Kolonialismus.

Vom Fruchtkasten gings die Stadtgrabenstäffele hinauf zum Interkulturellen Gemeinschaftsgarten. In dieser Oase an der Stadtmauer erfuhren die Teilnehmenden mehr zum Anbau. Anschaulich mit Kaffeepflanze, Kaffeekirschen und ungerösteten Bohnen gab Marc Ehrmann Einblick in den Anbau und in die Herausforderungen für die Produzent*innen. Durch den Klimawandel ist der Anbau im letzten Jahrzehnt immer komplizierter geworden.
Über Burgrain, Rathausgasse und Kaiserstäffele gings zur Stuttgarter Str. 24/26 wo sich von 1886 bis 1981 das Geschäft „Karl Bellon“ befand. Ab 1914 gab es in dem Feinkost- und Gemischtwarenladen eine Kaffeerösterei. An den Kaffeeduft, der an den Tagen, wenn Kaffee geröstet wurde durch die Herrenberger Altstadt zog, erinnern sich viele Herrenberger*innen bis heute.

An dieser Station gab es Informationen und Bilder zu den Verarbeitungsschritte im Anbauland und der Wertschöpfungskette. Da wurde deutlich, dass der Kaffee immer noch eine Kolonialware ist. Er wird in meist armen Ländern von Kleinbäuerlichen Familien unter schwierigsten Bedingungen produziert, in den reichen Ländern wird er veredelt und daran verdient.

Vor dem Weltladen informierte Marc Ehrmann über die Prinzipien des Fairen Handels und die großen Vorteile für die Produzent*innen, die deutlich bessere Preise erzielen und auch andere Unterstützung durch die Fairhandelsimporteure erhalten.