Nachhaltigkeits-Radtour: Bio, Regional, Fair
Zusammen mit dem ADFC bei Gemüsehof Rapp und Kartoffelhof Egeler
Unter dem Motto „Bio-Regional-Fair: Gemeinsam für eine bessere Zukunft“ veranstaltete die ADFC-Ortsgruppe Herrenberg/Oberes Gäu gemeinsam mit dem Weltladen am vergangenen Samstag, dem 20. Juli 2026 ihre inzwischen dritte gemeinsame Nachhaltigkeits-Radtour. Ziel waren zwei landwirtschaftliche Betriebe in der Region, die für biologische und nachhaltige Lebensmittelproduktion stehen.
Trotz hochsommerlicher Temperaturen von rund 30 Grad nahmen 17 Teilnehmende an der Radtour teil. Die von der zertifizierten ADFC-Tourenleiterin Tilla Steinbach geführte Gruppe machte sich auf den Weg nach Bondorf zum Gemüsehof Rapp. Der nach Bioland-Richtlinien wirtschaftende Gemüsehof produziert seit 20 Jahren biologisch erzeugtes Gemüse, das im hofeigenen Laden und auf mehreren Wochenmärkten in der Region verkauft wird .
Neben frischem Bio-Gemüse gibt es im Hofladen auch Obst, handwerklich hergestellte Käsesorten und regionale Spezialitäten Im Laden. Evi und Moritz Rapp führten die Gruppe über die Felder und erläuterte die Anbaumethoden des Betriebs. Der Gemüsehof Rapp legt großen Wert auf die Pflege des Bodens, natürliche Düngung und pflanzlichen Schutz, um gesunde, geschmackvolle Lebensmittel ohne chemische Zusätze zu erzeugen. Besonders interessant war ein aktuelles Pilotprojekt zur Unkrautbekämpfung in den Karottenkulturen: Da Saisonarbeitskräfte für die aufwendige Handarbeit immer schwerer zu finden sind, testet der Betrieb seit Mitte Juni einen KI-gestützten Roboter. Dieser kann mithilfe künstlicher Intelligenz zwischen Karottenpflanzen und Unkraut unterscheiden und bekämpft unerwünschte Pflanzen gezielt mit einem Laser.
Neben den umfangreichen Karottenflächen zeigte Moritz Rapp auch die Bewässerungsanlagen sowie Anbauflächen für Paprika, Melonen und den für den Betrieb typischen Blattsalat. Die Präzision bei der Bodenbearbeitung, Beet Vorbereitung und Ernte hat alle beeindruckt. Die Familie Rapp sorgte während des Besuchs der Radgruppe mit gekühltem Wasser, frischer Wassermelone, Radieschen und Kohlrabi für eine willkommene Erfrischung.
Nach einer kurzen Weiterfahrt erreichte die Gruppe den Egelerhof in Tailfingen. Auch dieser Betrieb wirtschaftet nach Bioland-Standards und hat sich auf den Anbau zahlreicher Kartoffelsorten spezialisiert. Daneben werden Belugalinsen, Soja für Tofu, Weizen, Dinkel, Emmer sowie Kleegras angebaut. Die Bewirtschaftung zielt darauf ab, die Bodenfruchtbarkeit zu fördern und natürliche Kreisläufe zu unterstützen.
Bei der Hofführung und Besichtigung des Hofladens stellte Familie Egeler die Besonderheiten des biologischen Kartoffelanbaus vor und überraschte die Teilnehmenden mit der Vielfalt der angebauten Sorten.
In diesem Jahr werden 19 verschiedene Sorten angebaut, auch innen rote und blaue Sorten sind dabei, z.B. die Blaue St. Galler.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt: Neben gekühlten Getränken erwartete die Radlerinnen und Radler ein leckeres Vesper mit Ofenkartoffeln aus der neuen Ernte, Quark-Dipp und Gurkensalat. Ergänzt wurde das Angebot durch Produkte aus dem Weltladen Herrenberg, die leckeren GEPA Limonaden die es in den Sommermonaten im Laden gibt und die Energieriegel, die sich besonders für Radtouren eignen. Dazu Kartoffelchips aus Peru, die aus traditionellen peruanischen Kartoffelsorten hergestellt werden, die in 4.000 m Höhe wachsen. Kleinbauernfamilien der Genossenschaft AGROPIA nutzen für die Chips z.B. die Sorte Sumaq Sonqo (das schöne Herz).
Wir danken den beiden Höfen ganz herzlich für die Zeit und die interessanten Informationen und empfehlen sie gerne allen Gemüse- und Kartoffelliebhabern für ihre fairen und regionalen Einkäufe weiter!
