Steel Drum-Kunst aus Haiti
Aus alten Ölfässern werden Kunstwerke
Im Weltladen Herrenberg können kleine Kunstwerke bestaunt (und erworben) werden, deren Entstehungsgeschichte höchst kreativ ist.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts begannen haitianische Kunsthandwerker*innen aus ausrangierten 200-Liter-Stahlölfässern Kunstwerke anzufertigen.Statt Abfall entsteht nun Kunst.Der Weg vom schweren, industriellen Ölfass zum Kunstwerk ist lang, arbeitsintensiv und erfordert viel Geschick.Im ersten Schritt werden Deckel und Boden entfernt. Das Fass wird gereinigt und aufgeschnitten. Danach wird das Material durch Hitze und Hämmern geglättet.
Mit Kreide oder Kohle skizzieren die Handwerker*innen ihren Entwurf direkt auf das Metall. Anschließend wird die gewünschte Form ausgeschnitten.
Mit Meißeln und Hämmern bearbeiten die Handwerker*innen das Metall, bis die endgültige Form des Kunstwerkes erreicht ist. Bei manchen Stücken bleibt die natürliche Stahlfarbe erhalten, andere werden in leuchtenden Farbtönen von Hand bemalt.
Die fertigen Produkte zeugen von Einfallsreichtum und Kreativität.
Die Bedeutung von Steel Drum-Kunst
Die Steel Drum-Kunst ist mehr als nur Handwerk. In Haiti sind Arbeitsplätze Mangelware. Die Steel Drum-Kunst bietet vielen Kunsthandwerker*innen eine sichere Beschäftigung und ermöglicht es ihnen, ihre Familien und Gemeinden zu unterstützen. Das Wissen und das Können der Handwerker*innen werden über Generationen weitergegeben.
Der Weltladen Herrenberg bezieht seine Steel Drum-Kunstwerke von Papillon Marketplace, einer sozial engagierten Fair-Trade-Organisation.
Papillon wurde von Shelley Jean gegründet Bei einem Aufenthalt in Haiti erfuhr, dass in Kinderheimen viele Kinder lebten, deren Eltern zu arm waren, um für sie zu sorgen.
Durch Schaffung von Vollzeitarbeitsplätzen im Kunsthandwerk verhindert Papillon, dass armutsgefährdete Mütter und Väter ihre Kinder ins Waisenhaus abgebend müssen, um zu überleben.
Dies hat sich als gute Lösung erwiesen, um die Familien zu erhalten und „Armutswaisen“ zu verhindern
